Nahverkehr
Flugschnee legt 100 S-Bahn-Züge lahm
Die Berliner S-Bahn muss ihren Notfahrplan erneut reduzieren. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn ist nicht in der Lage, die notwendigen 310 Zwei-Wagen-Züge auf die Schiene zu schicken. Der Grund ist das Wetter: Flugschnee dringt in die Motoren, schmilzt und legt dort die Elektrik lahm. Kein neues Problem. Doch die S-Bahn kann solche Ausfälle nicht mehr ausgleichen.
Schnee und Eis spitzen die Lage bei der Berliner S-Bahn weiter zu. Der Bahn-Tochter stehen aktuell nur noch 275 ihrer insgesamt 632 Zwei-Wagen-Einheiten für den Einsatz zur Verfügung. Für den seit 4. Januar gültigen Notfahrplan werden aber mindestens 310 Zwei-Wagen-Einheiten benötigt.
Nach Bahn-Angaben stehen allein 100 Viertelzüge aufgrund von Motorschäden still. Ursache dafür ist der Flugschnee, der wie feiner Staub tief in die Motoren eindringt und dort schmilzt. Die Nässe legt die Elektrik lahm, die Züge können nicht mehr fahren. Betroffen ist wiederum die modernste S-Bahn-Baureihe 481/482. Laut S-Bahn ist die Defekt-Anfälligkeit der Fahrmotoren „konstruktionsbedingt“. Schäden durch Flugschnee konnte die S-Bahn in früheren Wintern durch eine ausreichende Fahrzeugreserve ausgleichen. Das geht nun nicht mehr.
Das Zug-Angebot wird daher nochmals reduziert. So werden auf den wichtigen Nord-Süd-Linien S 1 (Oranienburg–Wannsee) und S 2 (Bernau–Blankenfelde) weniger Verstärkerzüge eingesetzt. Auf der Linie S 47 fahren die Züge von Spindlersfeld nur bis Schöneweide. Auf der S5 fährt nur noch jeder zweiter Verstärker zwischen Warschauer Straße und Mahlsdorf. Auf der S 7 (Potsdam–Ahrensfelde) kann durchgehend nur ein 20-Minuten-Takt angeboten werden. fü
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