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12.01.10

Chaos im Nahverkehr

Wowereit macht bei der Bahn Druck

"Die Schnauze voll" haben nach den Worten von Klaus Wowereit die vom S-Bahn-Chaos betroffenen Fahrgäste. Jetzt machte Berlins Regierender Bürgermeister noch einmal beim Mutterkonzern Deutsche Bahn Druck - und erhob schwere Vorwürfe.

© Getty Images
SPD-Vize Wowereit

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will in einem erneuten Gespräch mit Bahnchef Rüdiger Grube auf schnelle Verbesserungen bei der Berliner S-Bahn pochen. Er werde bei dem Treffen verdeutlichen, in welcher ernsten Situation sich die Bahn und ihr Tochterunternehmen als Kunde des Landes Berlin befinden, sagte Wowereit am Dienstag nach einer Sitzung des Senats. Grube müsse versuchen, die „Malaise“ bei Bahn und S-Bahn zügig zu beheben.

Wowereit sagte, es sei nicht hinnehmbar, dass die S-Bahn nicht darlegen könne, wann die Schwierigkeiten beseitigt seien. Monat für Monat würden „neue Horrormeldungen“ produziert. Viele Betroffene hätten „schlicht und ergreifend die Schnauze voll“. Die S-Bahn und der Mutterkonzern Deutsche Bahn müsste nun ihre Anstrengungen noch erweitern und auch verbindlich erklären, wann sie wieder in der Lage seien, den vollen Fahrbetrieb anzubieten.

Als einen Grund für die „Unzulänglichkeiten“ bei der S-Bahn nannte der SPD-Politiker die Pläne für einen Börsengang der Deutschen Bahn. Es sei eine bewusste Unternehmensentscheidung gewesen, „auf Verschleiß zu fahren“, um mehr Gewinn an den Mutterkonzern abführen zu können. Weiter kritisierte Wowereit, dass die Werkstattkapazitäten nach Bekanntwerden der Wartungsmängel nicht schnell genug wieder ausgeweitet worden seien.

Für den Eigentümer müsse es auch selbstverständlich sein, die Kunden „angemessen zu entschädigen“, fügte Wowereit hinzu. Er will gegebenenfalls auch mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sprechen. Der Termin mit Grube solle in „absehbarer Zeit“ stattfinden.

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