Berliner Tierpark
Tierärzte müssen zwei Jaguar-Babys einschläfern
Trauriger Vorfall im Berliner Tierpark: Zwei der drei im April 2009 geborenen Jaguarbabys mussten eingeschläfert werden. Offenbar hatte Vater Tipito den Kleinen die Zungen abgebissen. Ohne das Organ können die Raubkatzen nicht mehr trinken und hätten verdursten müssen.
Im Tierpark Berlin sind im Dezember 2009 zwei von drei Jaguarbabys eingeschläfert worden. Es handelt sich um die Männchen Jumanes und Atiero, die zusammen mit ihrer Schwester Valdivia am 16. April 2009 zur Welt gekommen waren. Alle drei wuchsen im Gehege ihrer Mutter Anafi auf.
Anfang Dezember hatten Tierpfleger bei ihrem Nachmittagskontrollgang das erste Männchen ohne Zunge im Gehege gefunden. „Wir dachten damals, dass sei beim Spiel der Jaguar-Jungtiere untereinander passiert. Es gab keine Blutspuren“, sagt Tierpark-Kurator Christian Kern. Das Jungtier wurde eingeschläfert, weil Katzen ohne Zunge nicht mehr trinken können, so Kern.
Zwei Wochen darauf wurde im Laufe des Tages das zweite männliche Jungtier ohne Zunge gemeldet. Anhand von Blutspuren konnten die Mitarbeiter feststellen, dass die junge Raubkatze ihre Zunge durch einen Maschendraht gesteckt hatte. Dieser Maschendraht ist auf einen Gitterschieber geschweißt, der ihr Gehege vom Nachbargehege des Jaguarvaters Tipito trennt.
Bis dahin waren Tierpfleger und Kurator Kern davon ausgegangen, dass es nicht möglich sei, dass die Tiere ihre Zunge durch diesen engen Maschendraht stecken können. „Wir haben das nie beobachtet“, sagt Kern. Unabhängig davon habe der Vater sich nie aggressiv gegenüber seinem Nachwuchs verhalten und auch die Jungtiere hätten sich nie angriffslustig am Gitterschieber verhalten. Doch offenbar hat Vater Tipito den Kleinen durch den Zaun die Zungen abgebissen.
Inzwischen leben der verbleibende Drilling Valdivia, das einzige Weibchen aus dem Wurf, und seine Mutter Anafi nicht mehr in Sicht des Vaters Tipito. Sie sind durch einen komplett geschlossenen Schieber getrennt.
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