Wildtierverbot
Tierschützer wollen Zirkuselefanten Mausi retten
Berlins Tierschützer geben nicht auf. Die Berliner Initiative für ein Wildtierverbot in Zirkussen möchte den Elefanten Mausi vom Circus Voyage in einem neuen, feststehenden Zuhause unterbringen. Denn jeder Umzug an einen neuen Standort sei eine Qual für die kranke, ältere Tierdame.
Von Tanja Laninger
"Elefant Mausi leidet unter schwerer Arthrose und kann daher kaum noch laufen. Jeder Transport – rund ein Standortwechsel pro Woche steht an – ist mit starken Schmerzen verbunden“, sagt Mahi Klosterhalfen von der Berliner Initiative für ein Wildtierverbot. Man habe den Zoo Osnabrück dafür gewonnen, das 26 Jahre alte Tier aufzunehmen. Doch der Circus Voyage, der noch bis zum 10. Januar am Berliner Olympiastadion gastiert, will den Elefanten nicht hergeben. Sprecherin Bettina Richter möchte sich nicht zum Tier äußern.
Mehr als 3000 Berliner haben in einer Unterschriftenaktion das Veterinäramt Charlottenburg-Wilmersdorf zum Handeln aufgefordert. Doch Stadtrat Marc Schulte (SPD) steht vor einem Dilemma. "Politisch bin ich dagegen, Elefanten so zu halten und plädiere für ein Wildtierverbot in Zirkussen." Ein entsprechender BVV-Beschluss liege vor. Doch zuständig für die Gesetzesänderung sei der Bundestag.
Fachlich sei zudem dem Zirkus kein Bruch geltender Tierschutzbestimmungen vorzuwerfen. "Unsere Veterinäre haben keine Verstöße beobachtet“, sagt Schulte. Nun hat das Bezirksamt einen externen Gutachter beauftragt. Doch werde der Bezirk Mausi sicher nicht beschlagnahmen. Denn der Elefant werde nicht mehr öffentlich gezeigt, habe genug Rückzugsmöglichkeiten. "Außerdem wäre es nicht gut, ihn von seiner Gruppe zu trennen. Elefanten sind Herdentiere."
Mahi Klosterhalfen hält dagegen, dass das Sozialgefüge spätestens seit dem Tod der Elefantin Anja, Mausis einziger Sozialpartnerin, nicht mehr intakt sei.
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