Schweinegrippe
Charité fehlen Geräte für künstliche Beatmung
Schweinegrippe-Erkrankte bekommen häufiger schwere Lungenentzündungen. Das bekommt die Charité zu spüren. Dort werden die Geräte zur künstlichen Beatmung knapp. Die Senatsverwaltung für Gesundeheit hält die H1N1-Welle dennoch für überstanden.
Von Alexander Krex
Seit dem Anstieg der H1N1-Fälle Anfang November hat das ARDS-Zentrums (ARDS steht für akutes Lungenversagen) in der Charité, Campus Virchow-Klinikum, das schwer Lungenkranke behandelt, fast so viele Patienten an Lungenersatzgeräte anschließen müssen wie sonst in einem ganzen Jahr. Die aktuelle Häufung dieser Fälle - 2009 sind es bisher 55 - führt Claudia Spies, Leiterin des Zentrums auf die Schweinegrippe zurück: „Das neue Virus prädestiniert zu solch schweren Formen der Lungenentzündung.“
„Momentan haben wir im ARDS-Zentrum nur noch eine freie Lungenmaschine zur Verfügung“, sagte Spies. An die Maschinen werden Patienten angeschlossen, deren Lungen so entzündet sind, dass sie nicht mehr in der Lage sind, genug Sauerstoff aufzunehmen beziehungsweise Kohlendioxid abzuatmen. Der Sauerstoff fehlt dann im Blut, was zu einer Unterversorgung wichtiger Organe wie des Gehirns oder der Niere führen kann.
Da Patienten notfalls in andere Städte gebracht werden müssen, rät Claudia Spies auch jetzt noch zur Impfung gegen H1N1. Die Senatsverwaltung für Gesundheit dagegen spricht davon, dass die H1N1-Welle, die im Herbst begann, überstanden sei.
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