Bessere Schulqualität

Schulaufruf - Senat bietet Berlins bestem Lehrer Gespräch an

Nach seiner Auszeichnung mit dem Deutschen Lehrerpreis hat der Geschichtslehrer Robert Rauh eine Petition für eine Schulreform in Deutschland gestartet. Die Resonanz ist riesig - auch aus der Politik.

Foto: Massimo Rodari

Robert Rauh, Lehrer am Barnim-Gymnasium in Lichtenberg, wird demnächst Post von der Bildungsverwaltung bekommen. Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte, dass es ein Gesprächsangebot geben wird. "Wir haben mit Interesse den Aufruf gelesen, den Herr Rauh im Internet initiiert hat." Darüber sollte diskutiert werden, so Stoffers.

Rauh, erst kürzlich als "Lehrer des Jahres" ausgezeichnet, fordert in seinem "Aufruf für eine neue Schulreform" konkrete Veränderungen vor Ort, um die Schulqualität zu verbessern: kleinere Klassen, bundesweit einheitliche Bildungsstandards, Investitionen in Personal und Gebäude. Die Lehrpläne sollen entschlackt, das zwölfjährige Abitur nur auf freiwilliger Basis angeboten werden. Auch für einen späteren Unterrichtsbeginn macht er sich stark.

Sämtliche Forderungen stehen seit Donnerstag online. Mehr als 800 Menschen haben bereits unterschrieben.

Auch Hildegard Bentele, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, unterstützt die Forderungen von Robert Rauh. "Die Vorschläge sind sinnvoll und in der Schulrealität auch relativ schnell umsetzbar", sagte sie. Bundesweit einheitliche Standards für den Mittleren Schulabschluss und das Abitur seien geboten. "Dabei sollte den Schulen aber viel pädagogische Freiheit gelassen werden, um festzulegen, wie sie diese Standards erreichen wollen."

Rauh erfreut über Reaktionen

Weit schwieriger dürfte die Einrichtung kleinerer Lerngruppen sein, sagte die Schulexpertin. Das würde sehr viel Geld kosten. "So schnell ist das nicht zu machen."

Von der Reduzierung der Lerninhalte, die Rauh in seinem Aufruf fordert, hält Bentele indes nichts. "In unserer Wissensgesellschaft ist das kontraproduktiv", sagte sie. Die Lehrpläne sollten stattdessen überarbeitet und zeitgemäßer gestaltet werden.

Lehrer Robert Rauh ist erfreut über die vielen Reaktionen auf seine Initiative. "Ich will keine Politikerschelte, sondern alle ins Boot holen, um Schule besser zu machen." Er habe eine bundesweite Diskussion über Bildung auslösen wollen, das sei ihm offenbar gelungen. Rauh hofft, dass noch mehr Menschen seine Petition unterschreiben: www.schul-gerecht.de.

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