Logo der Berliner Morgenpost
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1227129/Warum-Berlin-mit-seiner-Mitte-nicht-umgehen-kann.html
twitter Facebook StudiVZ/MeinVZ
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Stadtplanung

Warum Berlin mit seiner Mitte nicht umgehen kann

Wo andere Städte eine Altstadt haben, hat Berlin ein Loch. An die mehr als 700-jährige Siedlungsgeschichte erinnert einzig die Marienkirche auf der leeren Fläche zwischen Fernsehturm und Spree. Der Berliner Architekt Bernd Albers über die Visionen für Berlins Zentrum und warum er diese für "naiv" und "niveaulos" hält.

Zurück Bild 1 von 10 Weiter
<b>Vision 1:</b> Ein Hafenbecken zwischen Fernsehturm und Schloßplatz
Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Vision 1: Ein Hafenbecken zwischen Fernsehturm und Schloßplatz

In der vergangenen Woche hat Senatsbaudirektorin Regula Lüscher fünf Visionen vorgestellt, wie die 14 Hektar große urbane Ödnis im Herzen der Stadt künftig gestaltet werden könnte. Der Berliner Architekt und Professor an der FH Potsdam für Architektur und Städtebau, Bernd Albers (52) hält die Vorschläge für „naiv, niveaulos und geschichtsvergessen“. Im Gespräch mit Redakteurin Isabell Jürgens erklärt er, warum.

Morgenpost Online: Herr Albers, werden wir vor dem Berliner Rathaus eine Badebucht bekommen?

Architekt Bernd Albers
Foto: www.fh-potsdam.de
Architekt Bernd Albers
Bernd Albers: Die riesige Wasserfläche ist ein frappierender Versuch, die Leere zu thematisieren. Vom städtebaulichen wie stadtkulturellen Niveau her allerdings überraschend bescheiden im Ergebnis. Mit solchen und ähnlichen Planungen wird die Senatsbaudirektorin der Thematik ganz sicher nicht gerecht.

Morgenpost Online: Und was sagen Sie zu den anderen Visionen?

Bernd Albers: Alle Konzepte haben ja eins gemeinsam: Sie entleeren den sowieso schon leeren Raum noch weiter. Ob der nun mit Wasser oder Pflastersteinen bedeckt wird, ändert nichts daran, dass man die 40-jährige DDR-Geschichte offenbar festschreiben will. Das ist besonders interessant, weil ja die DDR-Planer selbst in den 80er-Jahren einen Paradigmenwechsel eingeleitet hatten und mit dem Nikolaiviertel wieder an die europäische Stadtkultur anknüpften. Die Vorschläge meiner Architekturkollegen kommen mir auch seltsam beliebig vor. Das meiste sollte man besser auf dem Tempelhofer Feld planen. Mit der 700-jährigen Geschichte dieses Ortes hat das jedenfalls nichts zu tun.

Mehr lesen:
Der aktuelle Bericht zum Thema


Erschienen am 21.12.2009

Anzeige
Anzeige
Video-Nachrichten aus Berlin
Video Berlinale
Berlinale
Jolie präsentiert Regiedebüt
Die Zeitung
Premium Inhalte
Anzeige