16.09.13

Luxuskaufhaus

Österreicher kaufen das KaDeWe von Karstadt

Der Verkauf ist ein Paukenschlag: Die Premiumhäuser und die Sport-Filialen gelten als die werthaltigsten der Karstadt-Gruppe. Nun gibt Eigentümer Nicolas Berggruen sie jedoch ab. Auch das KaDeWe.

Von René Gribnitz
Foto: dpa
KaDeWe soll verkauft werden
Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin. Der US-Investor Nicolas Berggruen trennt sich von der Mehrheit der Luxus- und Sport-Warenhäuser der Karstadt-Gruppe

Der amerikanisch-deutsche Milliardär Nicolas Berggruen hat das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) am Berliner Tauentzien verkauft. Das Luxuskaufhaus und weitere Premiumhäuser des angeschlagenen Karstadt-Konzerns gehen mehrheitlich an die österreichische Signa Holding des Investors René Benko. Das teilten die beiden Unternehmen am Montag mit.

Zugleich übernimmt Signa alle Karstadt-Sport-Häuser in Deutschland, darunter auch die beiden Filialen in Steglitz und an der Joachimstaler Straße.

Berggruen, der den Karstadt-Konzern 2010 aus der Insolvenz übernommen hatte, behält die übrigen Karstadt-Warenhäuser. Ein Kaufpreis werde nicht gezahlt, hieß es. Stattdessen werde Signa massiv in Karstadt-Filialen investieren. Das Unternehmen ist der größte Vermieter von Karstadt-Warenhäusern in Deutschland.

Mitarbeiter vom Verkauf überrascht

Der Verkauf ist ein Paukenschlag: Die Premiumhäuser und die Karstadt-Sport-Filialen gelten als die werthaltigsten der Karstadt-Gruppe. "Bisher waren Premium und Sports diejenigen, die sich gut entwickelten. Die anderen Warenhäuser eher nicht", sagte Erika Ritter, Fachbereichsleiterin Einzelhandel bei der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Die Gewerkschaft wurde von dem Verkauf ebenso überrascht wie die Beschäftigten. KaDeWe-Chefin Petra Fladenhofer wollte sich auf Anfrage zu dem Verkauf nicht äußern.

Wie die Unternehmen mitteilten, übernimmt die Signa Holding 75,1 Prozent an der Karstadt Premium Group und 75,1 Prozent an der Karstadt-Sports-Gesellschaft. Berggruen behalte die anderen Anteile und die übrigen 83 Warenhäuser. Die Kartellbehörden müssen die Transaktion noch genehmigen.

Karstadt Premium umfasst die Flaggschiffe des Konzerns, neben dem KaDeWe sind das das Alsterhaus in Hamburg und das Oberpolliger in München. Karstadt Sports verfügt über 28 Häuser.

Das KaDeWe zählt auf seinen 60.000 Quadratmetern täglich bis zu 50.000 Kunden aus aller Welt, in der Weihnachtszeit werden sogar bis zu 100.000 gezählt. Es gilt als das größte Warenhaus Kontinentaleuropas. Der 1907 eröffnete und zuletzt 2004 umgebaute Einkaufstempel erstreckt sich über sieben Etagen.

"Beitrag zur weiteren Gesundung des Unternehmens"

Der Geschäftsführer der Signa Holding, Christoph Stadlhuber, bezeichnete das Geschäft als "Meilenstein" in der Geschichte des Unternehmens. Signa hatte die KaDeWe-Immobilie selbst bereits im Dezember 2012 von Berggruen gekauft. Nach unbestätigten Berichten soll Signa-Gründer Benko für das Berliner Haus rund 500 Millionen Euro gezahlt haben.

Arbeitnehmervertreter hatten bereits bei der Aufspaltung des Konzerns in drei Einheiten die Befürchtung geäußert, dies könne die Zerschlagung des Konzerns vorbereiten. Signa betonte indes, 300 Millionen Euro würden nun "zur Stärkung der Karstadt-Gruppe investiert". Ein Karstadt-Sprecher wollte sich am Montag nicht äußern.

Berggruen bezeichnete das Geschäft in einer Mitteilung als "Beitrag zur weiteren Gesundung des Unternehmens" und als "klares Bekenntnis zum Geschäftsmodell Warenhaus". In dem Kerngeschäft mit den verbleibenden Warenhäusern sehe er in den nächsten Jahren große Wachstumschancen. "Das Karstadt-Kerngeschäft hätte die Investitionen jedenfalls dringend nötig", sagte Ver.di-Expertin Ritter.

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