08.08.13

Nach "XY... ungelöst"

Polizei hat 170 Hinweise auf die Tunnelräuber

Nach der ZDF-Sendung sind bislang etwa 170 Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungsgruppe "Tunnel" werde sich nun personell verstärkt um die Auswertung kümmern.

Foto: Polizei

Die Berliner Polizei sucht weiterhin fieberhaft nach den Tunnel-Gangstern. Nun wurden neue Phantombilder der Verdächtigen erstellt. Den Aussagen zufolge ist der Mann etwa 30 bis 40 Jahre alt und circa 1 Meter 90 groß. Er wurde als stämmig und mit einem Bauchansatz beschrieben. Zur Feststellzeit trug er verschmutzte Arbeitshosen und ockerfarbene Arbeitsstiefel. Der Mann soll mitgeholfen haben, den 45 Meter langen Tunnel von der Tiefgarage zum Tresorraum zu graben.

6 Bilder

Knapp sieben Monate nach dem spektakulären Tunnelraub in Berlin-Steglitz hat die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwochabend neue Impulse für die Suche nach den Tätern gebracht. Nach Messungen der GfK-Fernsehforschung in Nürnberg sahen 5,17 Millionen Menschen (Marktanteil: 18,9 Prozent) die Sendung ab 20.15 Uhr.

Bis Donnerstagnachmittag seien etwa 170 Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher in Berlin. "Es sind einige vielversprechende Hinweise dabei, aber keine aktuelle heiße Spur", sagte er. 80 Hinweise gingen bei der Berliner Polizei ein, 90 im Umfeld der am Mittwochabend in München ausgestrahlten Sendung.

Die Ermittler setzen auch auf Fotos, die in der Sendung zum Teil erstmals öffentlich gezeigt wurden. Darunter sind Bilder von zwei gestohlenen Schmuckstücken – eine Halskette und ein blauer Ring in Form eines Schmetterlings. Allein diese beiden Stücke haben den Angaben zufolge einen Wert von gut einer Million Euro.

Die Ermittlungsgruppe "Tunnel" werde sich nun auch personell verstärkt um das Auswerten der Tipps kümmern. Unbekannte hatten bei dem spektakulären Verbrechen im Januar Bargeld und Schmuck im Millionenwert erbeutet.

Neue Fahndungsfotos veröffentlicht

Auch mit neuen Fahndungsfotos sucht die Polizei nach den Tunnel-Räubern von Berlin-Steglitz. Die Fotos wurden am Mittwochabend ebenfalls in der Fernsehsendung gezeigt (siehe oben). Sieben Hinweise gab es zum Porträt eines mutmaßlichen Täters.

Auch zu den gezeigten Gerätschaften der Tunnelräuber – darunter eine auffällig große Bohrmaschine – machten Zeugen Angaben. Mit dem Bohrer hatten die unbekannten Täter in monatelanger Arbeit einen etwa 45 Meter langen Tunnel von einer Tiefgarage an der Wrangelstraße bis in die Volksbankfiliale in der Schloßstraße gegraben.

Anhand der Bilder lassen sich die bisher ermittelten Spuren gut zusammenfassen: So hatte einer der vermutlich mindestens fünf Täter vor dem Einbruch mit gefälschten Dokumenten ein Konto in der Steglitzer Volksbank-Filiale eröffnet sowie ein Schließfach angemietet und sich in diesem Zusammenhang auch den Tresorraum zeigen lassen, den die Tunnelgangster später plünderten.

Spur führt nach Polen

Mit der EC-Karte, die für das Konto ausgegeben wurde, hob offenbar derselbe Mann oder einer der Komplizen später in einer Volksbank-Filiale am Mariendorfer Damm Geld ab. Die Polizei hat zwei Überwachungsfotos des Tatverdächtigen veröffentlicht. Das Gesicht des dunkel gekleideten Mannes ist auf den Bildern nur schwer zu erkennen. "Er hat sich sehr konspirativ verhalten und seinen Kragen hochgeklappt", sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Mittwoch.

Das Phantombild, das einen Mann mit recht breitem Hals und Gesicht zeigt, führt die Ermittler unterdessen heraus aus Berlin bis nach Polen. Nach dem Einbruch war schnell klar, dass die Holzwinkel, die die Täter zum Ausbau des 45 Meter langen Tunnels verwendet hatten, nicht aus Deutschland stammen.

Die Spur führte nach Polen, wo derartige Ware vertrieben wird. In einem Geschäft erinnerten sich die Verkäufer tatsächlich an einen Mann, der mit rund 1000 Holzwinkeln eine ungewöhnlich große Menge gekauft hatte.

In Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei ließ die Berliner Polizei das Phantombild erstellen. Der von den Ermittlern als Winkelkäufer bezeichnete Mann soll 30 bis 35 Jahre alt und 1,75 bis 1,80 Meter groß sein. Er trug seine schwarzen Haare bei Erwerb des Materials kurz und soll nach Angaben der Zeugen eine kräftige Statur haben.

Nach wie vor sucht die Polizei ebenfalls mit einem Phantombild nach einem als Bauarbeiter getarnten Mann, der im vergangenen Jahr in der Gegend Wrangelstraße/Schloßstraße aufgefallen war. Die Ermittler gehen davon aus, dass unter anderem dieser Mann für den Ausbau des Tunnels zuständig war, den die Täter seit Februar 2012 von einer Tiefgarage aus bis zum Tresorraum der Volksbank gegraben hatten.

309 Schließfächer im Tresorraum aufgebrochen

Am Wochenende zwischen 11. und 14. Januar waren die Täter in den Tresorraum der Bank eingedrungen und hatten dort 309 Schließfächer aufgebrochen. Viele Wertsachen, etwa Schmuck oder auch ganze Geldbündel, ließen die Täter im Tresorraum und im Tunnel verstreut zurück. Am Ende legten sie einen Brand, vermutlich um Spuren zu beseitigen.

Bislang hatten den Ermittlern laut Polizei mehr als 400 Hinweise vorgelegen. Ende vergangener Woche hatte die Berliner Volksbank eine Belohnung von 25 000 Euro für den Hinweis ausgesetzt, der zum Ergreifen der Täter führt.

Quelle: dpa/seg
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