04.08.13

Berlin-Lichtenrade

Hunderennen bei Sommerhitze - Alle Möpse haben überlebt

Rund 150 Hunde haben der Hitze beim "Internationalen Berliner Mopstreffen" getrotzt. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte im Vorfeld gewarnt, das Rennen könne lebensgefährlich für die Möpse sein.

Von Jan Schapira
Foto: AP

Kulleraugen und Ringelschwanz: Bei heißen Temperaturen wurden am 3. August in Berlin wieder die Möpse losgelassen.

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Thomas Zupan, ein 55-Jähriger mit braunem Schlapphut und Schnauzer, steht vor der eingezäunten Hundewiese. Anlässlich des 4. Internationalen Mopstreffens nimmt er sich einen Moment und erklärt den Mops, den Mops an sich.

Der Hund im Format eines Schuhkartons, mit Kulleraugen, platter Schnauze und meist heraushängender Zunge, ist gesellig. Er werde zur "Gattung der Begleithunde" gezählt, das bedeutet auch, man darf ihn nicht alleine lassen. Trockenfutter ist für ihn Gift. Zupans sechs Möpse bekommen nur Delikatessen: Rindermuskelfleisch, Rinderkehlkopf oder grünen Pansen.

Thomas Zupan ist Hobby-Mopszüchter und Organisator des "Vierten Internationalen Berliner Mopstreffens". Rund 150 Hunde und noch mehr Menschen sind deshalb am Sonnabend nach Lichtenrade gekommen, genauer: auf das Vereinsgelände "Jugend und Hund" in der Gartenkolonie direkt am S-Bahnhof Schichauweg.



Tierrechtsorganisation "Peta" warnte vor dem Mops-Rennen

Höhepunkt des Treffens soll das Mopsrennen um 15 Uhr werden. Doch bis kurz vor Beginn des Rennens ist nicht klar, ob es stattfindet. Denn es ist so heiß, dass der Wetterdienst eine Hitzewarnung herausgegeben hat. Die Tierrechtsorganisation "Peta" hat sogar gewarnt, das Leben der Hunde stehe bei dieser Veranstaltung auf dem Spiel.

An Thomas Zupan gehen solche Aussagen nicht vorbei. Schließlich hat er das Arbeiten aufgegeben, um sich einzig und allein um seine sechs Möpse kümmern zu können. Jeden Monat verschlingen die süßen Kleinen 84 Kilo Fleisch. Das kostet einiges Geld. Zupan: "Meine Frau verdient das Mops-Futter, und ich kümmere mich um den Rest."

Beate Zupan, 58, sitzt am Eingang und registriert die Ankommenden. Mit ihrer Ernährerrolle ist die Radiologin vollauf zufrieden. Die Möpse sind für sie die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Als Kind hat sie mit dem Komiker Loriot lesen gelernt, heute besitzt sie alle seine Bücher und Filme. Bei Loriot geht es oft um Möpse. Da war die Anschaffung eigener Kulleraugen-Hunde nur folgerichtig – und ein Ehemann, der sich um die zeitintensiven Tierchen kümmert.

Einige rennen mit, andere pfeifen

Später am Tag steht Thomas Zupan auf der Hundewiese und begrüßt mit dem Mikrofon die anwesenden Möpse und ihre Begleiter. Er stellt klar: "Hier wird kein Tier zu Tode gehetzt." Für das Rennen bei Ausnahme-Temperaturen müsse jeder Halter selbst entscheiden, ob sein Mops fit genug sei. Zur Sicherheit wolle Thomas Zupan jeden Mops vor dem Rennen noch einmal in Augenschein nehmen. Damit ist auch klar: Das Rennen findet statt.

Zum 50-Meter-Rennen am Rande der Wiese werden 31 Möpse gemeldet. Die Menschen stehen entlang der Strecke am orangenfarbenen Plastik-Zaun. Mit unterschiedlichen Techniken versuchen die Besitzer, ihre Möpse über die Zielmarke zu bringen. Einige rennen mit, andere pfeifen, wieder andere versuchen es mit Leckerlis. Tragisch: Eine Frau wirft einen Ball, den ihr Mops kurz vor der Ziellinie auffängt und Frauchen stolz zurückbringt. Gewonnen hat schließlich Mops Klara mit 6,2 Sekunden. Doch das Wichtigste: Kein Mops kam zu Tode.

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