05.07.2013, 07:37

Schutz Kassen zahlen Masernimpfung für ältere Berliner


Ein Impfbuch auf einem Merkzettel des Gesundheitsamtes zum Thema Masern

Foto: Achim Scheidemann / dpa

Ein Impfbuch auf einem Merkzettel des Gesundheitsamtes zum Thema Masern Foto: Achim Scheidemann / dpa

Die Zahl der Erkrankungen ist dramatisch angestiegen. Eine Impfung kann Leben retten, doch bislang übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht. Jetzt steuern die ersten Kassen gegen.

Nach dem dramatischen Anstieg der Maserninfektionen in Berlin haben am Donnerstag die ersten Krankenkassen angekündigt, auch älteren Berlinern die Impfkosten zu erstatten. Schon seit April fordert die Senatsverwaltung für Gesundheit alle Berliner, die nach 1970 geboren wurden, dringend dazu auf, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen. Für Erwachsene ist eine Übernahme der Impfkosten durch die Krankenkassen aber bisher nicht vorgesehen.

Jetzt macht die Barmer GEK als erste Kasse öffentlich einen Vorstoß. Sie appellierte auch an Menschen, die vor 1970 geboren wurden, sich impfen zu lassen, und versprach, die Kosten zu übernehmen. "Angesichts der steigenden Infektionsfälle wird die Barmer GEK niemanden abweisen, der mit einem Kostenerstattungsantrag für die Masernimpfung in eine unserer Geschäftsstellen kommt", sagte Landeschefin Claudia Korf. Die AOK Nordost kündigte auf Anfrage an, die Kostenübernahme bei Menschen, die vor 1970 geboren wurden, im Einzelfall prüfen zu wollen.

Seit Jahresbeginn hatten sich mehr als 400 Menschen in Berlin mit der gefährlichen Krankheit angesteckt. "Das sind mindestens 400 Fälle zu viel, sagte Korf. Im Vorjahr hatte das Robert-Koch-Institut in Berlin nur 18 Masernfälle registriert. Masern sind äußerst ansteckend und können gerade bei Älteren schwere Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen hervorrufen, in seltenen Fällen Entzündungen des Gehirns. In Berlin ist etwa jeder zweite Infizierte zwischen 17 und 58 Jahre alt.

(fal )
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