21.06.13

Bildung

Abitur 2013 – Das sind Berlins beste Schulen

Der Jahrgang 2013 knüpft an die guten Ergebnisse von 2012 an. Insgesamt bestanden 12.277 Schüler die Prüfungen, 140 schlossen sogar mit der Note 1,0 ab. Ein etwas höherer Anteil fiel aber auch durch.

Von Regina Köhler und Florentine Anders
Foto: dpa

4,3 Prozent der Berliner Schüler schafften 2013 nicht das Abitur
4,3 Prozent der Berliner Schüler schafften 2013 nicht das Abitur

Die Berliner Abiturienten haben mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,4 abgeschlossen. Damit sind sie genauso gut wie in den vergangenen drei Jahren. Das ist ein Erfolg, zumal es in diesem Jahr einige Schwierigkeiten zu bewältigen galt. Die Schüler hatten aufgrund des frühen Ferienbeginns wenig Zeit. Das zweite Halbjahr war so kurz, dass in schneller Abfolge viele Prüfungen absolviert werden mussten.

Hinzu kam der Streik der angestellten Lehrer, der teilweise in die Zeit der mündlichen Prüfungen fiel. Das führte zu Verunsicherungen bei den Schülern. Den Schulen gelang es aber, alles gut zu organisieren.

Zum zweiten Mal haben die Berliner Schüler in diesem Jahr das Abitur im 12- und 13-jährigen Bildungsgang abgelegt. Insgesamt haben 12.277 Schüler an 161 Berliner Schulen ihr Abitur erfolgreich bestanden. Im vergangenen Jahr waren es aufgrund des Doppeljahrgangs deutlich mehr, insgesamt 17.313 Schüler.

Pankow ist der Bezirk mit den besten Ergebnissen

Die beste Schule ist wie in den vergangenen Jahren das Evangelische Gymnasium Frohnau in Reinickendorf mit einem Durchschnitt von 1,7. Gefolgt vom Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster in Wilmersdorf mit einem Durchschnitt von 1,8. An dritter Stelle stehen mit einem Durchschnitt von 1,9 zwei öffentliche Gymnasien und eine Privatschule: die Heinrich-Hertz-Oberschule und die Georg-Friedrich-Händel-Oberschule in Friedrichshain sowie das Canisius-Kolleg in Mitte.

Bei den Integrierten Sekundarschulen liegt die Nelson-Mandela-Schule in Wilmersdorf mit einem Durchschnitt von 2,0 vorn. Es folgen die John.-F.-Kennedy-Schule (Durchschnitt 2,1) und die Sophie-Scholl-Schule in Schöneberg (Durchschnitt 2,3).

In den Regionen liegen die Notendurchschnitte laut Bildungsverwaltung in einem Bezirk bei 2,3, in sechs Bezirken bei 2,4 und damit im Landesdurchschnitt. Vier Bezirke haben einen Notendurchschnitt von 2,5 und ein Bezirk von 2,6. Pankow ist der Bezirk mit den besten Ergebnissen. Genauere Angaben machte die Senatsverwaltung aber nicht.

140 Schüler haben Traumnote 1,0

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) gratulierte allen Abiturienten zur erworbenen Hochschulreife. "Vier Jahre in Folge haben die Berliner Schüler ein gleich gutes und hervorragendes Abiturergebnis erzielt." Sie dankte allen Lehrkräften, pädagogischen Koordinatoren und Schulleitungen. "Sie haben die Anstrengungen gut gemeistert und die Prüfungsabläufe sehr gut organisiert."

Wie im Vorjahr haben rund zwei Prozent der Berliner Schüler die Traumnote 1,0 und 1,1 erreicht. 140 Schüler schlossen mit der Note 1,0 ab und 106 mit der Note 1,1. Bildungssenatorin Scheeres sagte, dass die Schulen wie auch die Schüler auf dieses Ergebnis ausgesprochen stolz sein können.

Die Anzahl derjenigen Schüler, die die Prüfung nicht bestanden haben, hat sich in diesem Jahr um 0,6 Prozent erhöht. 2012 hatten 3,7 Prozent der Schüler das Abitur nicht bestanden, in diesem Jahr sind es 4,3 Prozent. Die Quote bleibt damit aber noch unter dem Wert von 2011. Damals hatten 4,4 Prozent der Schüler die Prüfungen nicht bestanden.

Zweijährige Abiturstufe habe sich bewährt

Der Anteil der Abiturienten nicht deutscher Herkunft ist in diesem Jahr von 14,1 Prozent im letzten Jahr auf 11,1 Prozent gesunken. Die größte Gruppe stellen mit einer Zahl von 532 die türkischstämmigen Schüler dar.

Für den Vorsitzenden der Vereinigung der Oberstudiendirektoren, Ralf Treptow, "bestätigt das diesjährige Abiturergebnis eindrucksvoll, dass sich die zweijährige Abiturstufe bewährt hat". Der Großteil der Berliner Gymnasiasten hat das Abitur in einer zweijährigen Abiturstufe erreicht, und zwar ohne Qualitätsverlust, sagte er.

Die Friedensburg-Sekundarschule in Charlottenburg hat laut Schulleiter Paul Schuknecht in diesem Jahr einen Gesamtdurchschnitt von 2,4. 2012 lag der Durchschnitt bei 2,6. Von 90 Abiturienten haben dort 24 eine Eins vor dem Komma, berichtete Schuknecht. "Wir sind deutlich besser geworden", sagte der Schulleiter. Das hänge auch damit zusammen, dass die Vorbereitung der Schüler auf das Abitur immer professioneller und zielgerichteter werde.

Warnung vor Noteninflation an Schulen und Unis

Auch die Einführung des Zentralabiturs vor vier Jahren habe berlinweit zu einer Verbesserung der Ergebnisse beigetragen, sagte Schuknecht. Er begrüßte es, dass es in diesem Jahr nicht nur in den Hauptfächern, sondern zusätzlich auch in Biologie und Geografie zentrale Abituraufgaben gegeben hat.

Der Schulleiter des John-Lennon-Gymnasiums in Mitte, Jochen Pfeifer, bestätigte, dass das Abitur in diesem Jahr gut gelaufen ist. An seiner Schule liege der Abi-Durchschnitt bei 2,2. Drei Schüler könnten sich über ein Einser-Abitur freuen.

Jochen Pfeifer warnte allerdings vor einer schleichenden Noteninflation. Das lasse sich an den Schulen, aber auch an den Universitäten feststellen, sagte er. In den 90er-Jahren sei ein 1,0-Abitur noch die große Ausnahme gewesen. Heute sei das ganz anders. Die Zahl der Schüler, die mit 1,0 abschließen, nehme immer weiter zu. Die 2008 eingeführte fünfte Prüfungskomponente – die Schüler müssen eine Präsentation abliefern – würde meist sehr gut benotet und die Durchschnittsnote der Schüler dadurch stark aufwerten. "Das verwässert die Gesamtbewertung", kritisierte Pfeifer.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Abi-Durchschnitt an Berliner Schulen
  • Gymnasien

    Heinrich-Hertz-Oberschule, Friedrichshain: 1,9

    Georg-Friedrich-Händel-Oberschule, Friedrichshain: 1,9

    Beethoven-Oberschule, Lankwitz: 2,0

    Otto-Nagel-Gymnasium, Marzahn: 2,0

    Gymnasium Steglitz, Steglitz: 2,1

    Arndt-Gymnasium, Dahlem: 2,1

    Heinz-Berggruen-Schule, Westend: 2,1

    Johann-Gottfried-Herder-Oberschule, Lichtenberg: 2,1

    Humboldt-Oberschule, Reinickendorf: 2,1

    Hildegard-Wegscheider-Oberschule, Wilmersdorf: 2,1

  • Sekundarschulen

    Nelson-Mandela-Schule, Wilmersdorf: 2,0

    John-F.-Kennedy-Schule, Zehlendorf: 2,1

    Sophie-Scholl-Schule, Schöneberg: 2,3

    Gustav-Heinemann-Schule, Marienfelde: 2,4

    Friedensburg-Schule, Charlottenburg: 2,4

    Martin-Buber-Oberschule, Spandau: 2,5

    Wilma-Rudolph-Schule, Zehlendorf: 2,5

    Kurt-Tucholsky-Schule, Pankow: 2,5

    Mildred-Harnack-Schule, Lichtenberg: 2,5

    Kurt-Schwitters-Schule, Prenzlauer Berg: 2,6

  • Privatschule

    Evangelische Schule Frohnau, Reinickendorf: 1,7

    Evangelisches Gymnasium zum Grauen Kloster, Wilmersdorf: 1,8

    Canisius-Kolleg, Mitte: 1,9

    Moser-Schule, Charlottenburg: 2,0

    Katholische Theresienschule, Weißensee: 2,0

    Katholische Schule Salvator, Reinickendorf: 2,0

    Evangelische Schule, Köpenick: 2,2

    Katholische Schule Liebfrauen, Westend: 2,3

    Königin-Luise-Stiftung, Dahlem: 2,4

    Katholische Schule Sankt Marien, Neukölln: 2,4

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
4D-Achterbahn Das Batmobil gibt es bald auch als Achterbahn
Neuseeland Polizei sucht nach zweifachem Todesschützen
Irak-Krise Irakische Stadt Amerli aus IS-Belagerung befreit
Arbeitskampf Jetzt streiken die Lokführer
Top Bildershows mehr
Bürgermeister-Karriere

Klaus Wowereit und der Abstieg vom Gipfel

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Hinter den Kulissen

Tage der offenen Tür bei der Bundesregierung

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote