05.03.13

East Side Gallery

Jetzt rettet David Hasselhoff die Berliner Mauer

"Looking for Freedom" sang einst David Hasselhoff an der Mauer. Nun schaltet sich der Sänger in den Streit ein. Auch im Senat wird debattiert.

Foto: picture-alliance / dpa
„Looking for Freedom“ sang einst David Hasselhoff an der Mauer. Nun schaltet sich der Sänger in den Streit ein. Auch im Senat wird debattiert
"Looking for Freedom" sang einst David Hasselhoff an der Mauer. Nun schaltet sich der Sänger in den Streit ein. Auch im Senat wird debattiert

Das neue Loch in dem längsten noch erhaltenen Berliner Mauerstück ist rund einen Meter breit. Doch der Streit um den Teilabriss schlägt hohe Wellen und das über Deutschland hinaus.

Die Gegner des Abrisses haben prominente Unterstützung aus den USA bekommen. David Hasselhoff (60), der 1989 am Symbol der deutschen Teilung seinen bis heute bekannten Hit "Looking for Freedom" sang, will die Petition gegen den Teilabriss der Mauer-Galerie unterschreiben. Das schrieb er am Montag auf Twitter – mit der Begründung: "Wie können Sie die Mauer niederreißen, die Freiheit, Ausdauer und das Opfern von Menschenleben bedeutet".

Senat schaltet sich ein

Im Streit um die East Side Gallery will am Dienstag der rot-schwarze Senat beraten. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte am Montag bekräftigt: "Ich setze mich für den Erhalt des Mauerstücks ein". Er wolle sich vermittelnd einsetzen. Die Verantwortung liege aber beim Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Wowereit betonte, er gehe davon aus, dass der Senat eine kleine Arbeitsgruppe mit Fachleuten zur Verfügung stellt.

Investor Maik Uwe Hinkel hatte zugesichert, vorerst bis zum 18. März keine Teile mehr aus dem längsten noch erhaltenen Mauerstück herauszunehmen und zu versetzen. In einer am Montagabend verbreiteten Mitteilung verwies er darauf, dass bis Ende November 2012 ein Grundstückstausch eine Möglichkeit gewesen wäre. Bislang habe der Bezirk kein Angebot über einen Tausch unterbreitet. Zwischen der Spree und dem längsten noch erhaltenen Stück der Berliner Mauer soll ein Wohnhochhaus errichtet werden.

Am Wochenende hatten sich rund 6000 Menschen mit einer Demonstration für den Erhalt des historischen Erbes eingesetzt. Am Freitag war ein bemaltes Mauerstück herausgebrochen worden. Gefordert wurde auch, dass Wowereit als Chef ein Machtwort sprechen müsse. Der SPD-Politiker ist gleichzeitig Kultursenator.

Der Investor habe die die Mauer laut Vertrag für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg durchbrechen sollen, hatte ein Sprecher von Hinkel gesagt. Man sei zum Umplanen bereit. Es müsse aber im Bezirk geklärt werden, wer die Kostem für die Bauverzögerung übernehme.

Unklar, wer den Durchbruch braucht

Unklar ist aber, für welches Bauprojekt die Mauerlücke direkt gebraucht wird. Während die Gegner das geplante Luxus-Wohnhaus für ursächlich halten, gaben Bezirk und Investor an, dass die Mauerteile für den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brommybrücke weichen sollen.

Der Abriss erscheine nicht notwendig, sagte Wowereit. "Entsprechend müssen Alternativen zur Erschließung der an der Spree gelegenen Grundstücke gefunden werden." Die Verantwortung sieht Wowereit bei Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne). "Die Abrisserlaubnis ist in Verantwortung des Bezirks erlassen worden." Die Spitzen der Regierungsfraktionen von SPD und CDU warfen dem Bezirk Planungschaos vor.

Wowereit betonte, aus dem Schaden müssten jetzt die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Das heiße aber nicht, jetzt alles auf Null zu stellen. Da, wo unsinnige Dinge passieren, müssten aber Riegel vorgeschoben werden. Für die Erschließung der Neubauten müssten Alternativen geprüft werden. "Dafür setze ich mich ein und bin gerne auch bereit, da zu vermitteln", sagte Wowereit.

Quelle: dpa/mim
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