28.02.2013, 13:33

Verschuldung Weniger Berliner und Brandenburger privatinsolvent


6040 Berliner mussten 2012 Privatinsolvenz anmelden

Foto: Jens Kalaene / ZB

Insgesamt 130.000 Bundesbürger rutschten letztes Jahr in die Insolvenz, die meisten in Bremen. 2013 könnte die Zahl jedoch wieder steigen.

Die Zahl der Privatpleiten in Berlin ist binnen Jahresfrist wie in den meisten Bundesländern gesunken. Im vergangenen Jahr schlitterten 6040 Menschen in der Hauptstadt in die Privatinsolvenz – das war ein Minus von 3,7 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr, wie die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

In Brandenburg waren es 4683 Menschen - ein Minus von 5,0 Prozent. Alle anderen Bundesländer außer Thüringen (plus 1,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (plus 0,3) verzeichneten ebenfalls einen Rückgang.

Negativ-Spitzenreiter sind jedoch Bremen und Niedersachsen. Im kleinsten Bundesland gingen rechnerisch 272 von 100.000 Einwohnern pleite. Damit rangierte Bremen im relativen Vergleich bundesweit bei den Verbraucherinsolvenzen auf Platz eins – gefolgt von Niedersachsen mit 209 Fällen je 100.000 Einwohner. Am wenigsten gab es in Bayern (115) und Baden-Württemberg (116).

Menschen im Niedriglohnsektor bedroht

In diesem Jahr könnten nach einem zuletzt rückläufigen Trend wieder mehr Bundesbürger in die Pleite rutschen. Seit Oktober gibt es der Wirtschaftsauskunftei Bürgel zufolge wieder mehr Privatinsolvenzen.

Vor allem Menschen im Niedriglohnsektor seien bedroht, wenn sich die Ausgaben bei stagnierenden Einnahmen erhöhten. Auch Erwerbslosigkeit, gescheiterte Selbstständigkeit oder die finanziellen Folgen von Scheidungen spielten dabei eine Rolle.

Im vergangenen Jahr meldeten knapp 130.000 Bundesbürger eine private Insolvenz an – das entspricht einem Minus von 4,6 Prozent. Die Wirtschaftsauskunftei Bürgel führt diese Entwicklung auf die positive Lage am Arbeitsmarkt zurück.

Unerwartet gesunkene Arbeitslosenzahl im Februar in Berlin

Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen in Berlin leicht gesunken. 217.507 Menschen ohne Job waren im Februar registriert. Das waren 1564 weniger als im Januar.

Damit habe sich der Arbeitsmarkt in Berlin besser entwickelt als in einem Februar üblich, sagte der Chef der regionalen Arbeitsagentur, Dieter Wagon. "Die positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Berlin schaffen auch für den Abbau der Arbeitslosigkeit gute Voraussetzungen."

Dagegen ist die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg im Februar geringfügig gestiegen. Dort waren 147.946 Menschen ohne Job registriert, 713 mehr als im Januar. Die Arbeitslosenquote blieb damit weiter bei 11,0 Prozent.

(BM/dpa)
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