27.02.13

Störungen

Kabeldiebe legen Berliner S-Bahn-Linie 9 lahm

Den zweiten Tag in Folge kommt es bei der Berliner S-Bahn zu Störungen, weil sich Kriminelle an den Anlagen zu schaffen gemacht haben.

Foto: Steffen Pletl
S-Bahn
Auf einer Brachfläche nahe der Brehmestraße in Berlin-Pankow ließen die Diebe die Isolierungen der gestohlenen Kabel zurück

Kabeldiebe haben am Mittwochmorgen erneut die Berliner S-Bahn-Linie S9 teilweise lahmgelegt. Die Bahn fahre nur zwischen den Bahnhöfen Flughafen Schönefeld und Treptower Park, teilte die S-Bahn Berlin GmbH am Morgen mit.

Die Täter stahlen am Mittwochmorgen wiederholt Kabel am Bahnhof Pankow und lösten damit erneut eine Signalstörung aus. Statt zwischen Pankow und Schönefeld fahren die Züge im Berufsverkehr nur zwischen Flughafen Schönefeld und Treptower Park, wie die S-Bahn Berlin GmbH mitteilte. Es komme auch auf der S2 und der S8 zu Verspätungen. Wie lange es dauert, bis die Schäden behoben sind, war nach Angaben eines Sprechers zunächst noch unklar.

Zwischen Treptower Park und Schönhauser Allee müssen die Fahrgäste auf die S41/S42 und die S8 umsteigen, zwischen Schönhauser Allee und Pankow auf die Linie S8 und die U2.

Die Diebe sollen etwa 50 Meter Kupferkabel mit einem Gewicht von 60 Kilogramm erbeutet haben. Die Kabel werden an Schrotthändler verkauft, der Erlös für diese Menge liegt bei etwa 100 Euro.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurden die Kabel nahe der Brehmestraße gestohlen. Die nicht verwertbaren Reste der Leitungen wie Isolierungen wurden von den Dieben auf einer Brachfläche zurückgelassen. Offenbar wurde das Metall noch an Ort und Stelle von unnützem Ballast gereinigt, um es so besser transportieren zu können.

Die Bundespolizei fahndete mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber nach den Dieben, konnte aber niemanden festnehmen. Direkt neben den Gleisen löschten die Polizisten ein Feuer. Sie fanden zudem Bolzenschneider und Notizen.

Am Tag zuvor 25 Meter Kabel gestohlen

Erst am Dienstag hatte ein Kabeldiebstahl für etwa sechs Stunden zu Verkehrseinschränkungen geführt. Die Kriminellen hatten offenbar in der Nacht zugeschlagen. Nach Angaben der Bundespolizei entwendeten sie an den Nord-Süd-Strecken zwischen den Bahnhöfen Bornholmer Straße und Pankow sowie Bornholmer Straße und Wollankstraße etwa 25 Meter Kupferkabel, die zur Steuerung der Signalanlagen dienen.

Zwei Signale fielen aus. Die Züge konnten deshalb aus Sicherheitsgründen teilweise nur im Schritttempo fahren. Um einen Stau und große Verspätungen am Verkehrsknoten Bornholmer Straße zu verhindern, strich die S-Bahn am Dienstag auf dem Nordabschnitt alle Züge der S9.

Die Zubringerlinie zum Flughafen Schönefeld fuhr erst ab dem Bahnhof Treptower Park. Fahrgäste mussten auf die S8 oder die Ringbahn ausweichen. Erst gegen 10 Uhr waren die Kabelstränge repariert. Die Fahndung nach den Tätern blieb zunächst erfolglos. Die Bundespolizei leitete aber ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall ein.

Brandursache am Ostkreuz noch ungeklärt

Die Fahrgäste der S-Bahn sind seit Ende der vergangenen Woche von mehreren beträchtlichen Störungen betroffen. Ein Kabelbrand in der Nähe des S-Bahnhofs Ostkreuz hatte ab Donnerstagabend den Verkehr auf den Linien S5, S7 und S75 für etwa 20 Stunden erheblich beeinträchtigt. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Ein Brandschlag wird nicht ausgeschlossen.

Die Störungen haben sich so gehäuft, dass die S-Bahn Berlin GmbH seit einem Monat dem Berliner Verkehrssenator Michael Müller (SPD) täglich am Morgen einen Bericht zur Verkehrslage vorlegen muss. Nach Angaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg ist vor allem der Zustand des Schienennetzes der S-Bahn ein Grund für die häufigen Zugverspätungen und Ausfälle.

Quelle: dpa/sei/fal
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