26.02.13

Bildung

Senatsziel erreicht - Berlin stellt 400 neue Lehrer ein

Bildungssenatorin Scheeres wollte bis Mai 400 Stellen besetzen - und das wird offensichtlich gelingen. Die Lehrergewerkschaft warnt dennoch.

Foto: ZB

Hunderte neue Lehrer werden an Berlins Schulen eingestellt
Hunderte neue Lehrer werden an Berlins Schulen eingestellt

Der Senatsbildungsverwaltung ist es gelungen, für die 400 Stellen, die bis Mai besetzt werden müssen, Lehrkräfte zu verpflichten. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte der Berliner Morgenpost, dass 375 der 400 Pädagogen ihren Arbeitsvertrag schon unterschrieben haben. Die Lehrer sollen an Grund- und an Oberschulen eingestellt werden. Die Schulen hätten damit eine Ausstattung von 101 Prozent, sagte Scheeres.

Die Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Doreen Siebernik, gab allerdings zu bedenken, dass eine hundertprozentige Ausstattung zu knapp bemessen sei. "Die Lehrer sind nach wie vor einem großen Druck und einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt", sagte die GEW-Chefin in Berlin. Im Krankheitsfall gebe es keine Vertretungsreserve.

Nicht nur Lehrer sind knapp, an vielen Schulen fehlen auch die Plätze, um der Nachfrage nach den begehrten Oberschulen gerecht zu werden. Das zeigt eine erste Auswertung der Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen. Demnach hatten 34 Prozent der Sekundarschulen mehr Bewerber als Plätze, bei den Gymnasien war jede vierte Schule zu stark nachgefragt. Von den insgesamt 19.810 Sechstklässlern wurden 42 Prozent an einem Gymnasium und 58 Prozent an einer Sekundarschule angemeldet. Zu wenige Kapazitäten gibt es in diesem Jahr auch wieder in Tempelhof-Schöneberg. Dort fehlen 200 Plätze, die Schüler müssen auf andere Bezirke ausweichen.

Übernachfrage an weiterführenden Schulen

"Alle weiterführenden Schulen im Bezirk bis auf eine sind übernachgefragt", sagte Jutta Kaddatz (CDU), Schulstadträtin von Tempelhof-Schöneberg. "Es ist sehr bedauerlich, dass die Bildungsverwaltung nicht schon zum kommenden Schuljahr die vorgesehenen Veränderungen im Aufnahmeverfahren vornimmt." Laut Empfehlungen einer Expertengruppe sollen Schüler, die im Bezirk wohnen, wieder bevorzugt werden. Bisher können die Schulen 70 Prozent der Schüler selbst auswählen, 30 Prozent der Plätze müssen verlost werden, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot.

Die Schulstadträtin kritisiert auch, dass keine Plätze für Rückläufer aus den Gymnasien vorgehalten werden können. Auch hier ist eine Gesetzesänderung geplant, aber noch nicht umgesetzt. Im vergangenen Jahr musste der Bezirk Tempelhof-Schöneberg eine ehemalige Hauptschule nur für diejenigen aufmachen, die am Gymnasium gescheitert waren. Viele dieser Rückläufer hatten keine Chance, an einer bestehenden Sekundarschule unterzukommen. "Wir müssen befürchten, dass sich das gleiche Problem wiederholen wird", sagt Kaddatz.

Carl-Zeiss-Sekundarschule wieder begehrteste Schule

Zu den gefragtesten weiterführenden Schulen gehört auch in diesem Jahr wieder die Carl-Zeiss-Sekundarschule in Tempelhof-Schöneberg. Auf 150 Plätze kamen nach Angaben der Schule 300 Bewerber. Ausgewählt wurde nach dem Notenschnitt. Es war also ein Schnitt von mindestens 2,4 nötig, um sich einen Platz zu sichern. Alle anderen Schüler können nur auf das Losglück hoffen.

Auch die Martin-Buber-Sekundarschule in Spandau gehört wieder zu den Spitzenreitern der begehrtesten Schulen. Dort gab es 286 Anmeldungen für 156 Plätze. Die Schule wählt nicht nach Notenschnitt, sondern testet die Begabungen für die jeweiligen Profilklassen. In Reinickendorf ist die Situation an den Oberschulen dagegen relativ entspannt. "Drei Gymnasien und drei Sekundarschulen sind stärker nachgefragt und müssen auslosen. Insgesamt können wir aber wohl allen Kindern des Bezirks einen Platz an der gewünschten Schulform bieten", sagt Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU). Der Bezirk habe rechtzeitig vorgesorgt und zum kommenden Schuljahr genügend siebte Klassen vorgesehen. Berlinweit gibt es noch 3271 freie Schulplätze, davon 1693 an Gymnasien.

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