24.02.13

Piratenpartei

Berliner Piraten mit Frauen-Trio in Bundestags-Wahlkampf

Trotz wüsten Beschimpfungen, Rücktritten und einem Führungsstreit wählt die Partei nach 20 Stunden 3 Frauen an die Spitze der Landesliste.

Foto: dpa

Die Piraten sind ein bunter Haufen
Die Piraten sind ein bunter Haufen

Die Berliner Piraten ziehen mit einem Frauen-Trio an der Spitze in den Bundestags-Wahlkampf. Nach mehr als 20 Stunden Diskussion an zwei Tagen wählten sie am Sonntag die 38-jährige Cornelia Otto auf Platz eins der Landesliste. Auf die Ränge zwei und drei kamen Miriam Seyffarth und Lena Rohrbach. Als aussichtsreich für den Bundestag gelten bei einem Einzug der Piratenpartei die ersten zwei Plätze.

"Wir haben eine Vision und ein Ziel", sagte die Spitzenkandidatin Otto. Daran müssten sich die Piraten erinnern, um im September bei der Bundestagswahl erfolgreich zu sein. Die Politik- und Soziologiestudentin engagiert sich vor allem in der Finanz- und Arbeitsmarktpolitik.

Basis hat die Kandidaten hitzig befragt

Die 26-jährige Studentin Seyffarth arbeitet in der Familien- und Integrationspolitik. Die Philosophie-Absolventin Rohrbach (27) sitzt für die Piraten in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg und ist Mitglied im Ausschuss "Frauen, Gleichstellung, Queer".

Vor der Wahl hatten die Piraten ihre insgesamt 46 Kandidaten über Stunden teils hitzig befragt und deren politisches Programm kritisiert. Es gab nur einen einzigen Wahlgang, bei dem alle Kandidaten in eine Rangfolge gebracht wurden. Die Mitglieder der Berliner Abgeordnetenhausfraktion standen nicht zur Wahl.

Der Abgeordnete Martin Delius sagte: "Wir können es uns einfach nicht leisten und mit unserer Verantwortung nicht in Einklang bringen, für den Bundestag zu kandidieren und Berlin zu verlassen."

Delius glaubt an Einzug der Piraten in den Bundestag

Delius gab der Partei auch nach dem Ende ihres Höhenflugs gute Chancen für einen Einzug in den Bundestag. "Im Moment sehe ich keinen Grund, warum wir nicht darauf hoffen dürfen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Einzug in den Bundestag sei derzeit genauso hoch wie vor einem Jahr, als die Piraten in Umfragen deutlich die Fünf-Prozent-Hürde knackten. Inzwischen liegen sie allerdings seit Wochen bundesweit unter fünf Prozent.

Sollten die Piraten nicht in den Bundestag einziehen, sei das nicht das Ende der Partei, betonte Delius. "Es ist nicht Ziel der Piraten, sich von Wahl zu Wahl zu hangeln, sondern eine langfristige Alternative und politische Bewegung darzustellen." Ohne Bundestagsmandat könnten sie sich vielleicht eher "wieder auf diese langfristigen Ziele" konzentrieren.

Quelle: dpa/oje
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