22.02.2013, 12:30

Fahrpreise Berliner sollen deutlich mehr für Bus und Bahn bezahlen

Ein U-Bahnzug verläßt am Samstag (26.11.2011) den U-Bahnhof Rudow in Berlin. Auf der Endstation im Süden der Hauptstadt ist es nach Polizeiangaben zu einem gewaltsamen Übergriff von Jugendlichen auf einen Fahrgast gekommen. Das Opfer mußte mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Foto: Wolfgang Kumm dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Wolfgang Kumm / picture alliance / dpa

Die Tarife von BVG und S-Bahn waren erst im August 2012 gestiegen. Nun stehen für die Berliner schon wieder Erhöhungen an.

Die Fahrpreise für Busse und Bahnen sollen in Berlin und Brandenburg zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres deutlich steigen. Zuletzt waren die Fahrpreise erst zum 1. August 2012 erhöht worden.

Nun soll zum 1. Juli 2013 der Einzelfahrschein für das Berliner Tarifgebiet AB 2,60 statt bisher 2,40 Euro kosten und für das Tarifgebiet ABC 3,20 statt 3,10 Euro. Für das Kurzstreckenticket ist ein Preis von 1,50 statt 1,40 Euro vorgesehen.

Auch Tages- und Monatskarten sollen teilweise teurer werden. Das sieht eine Empfehlung der Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) vor, über die mehrere Medien am Freitag berichteten. Die endgültige Entscheidung liegt beim VBB-Aufsichtsrat, in dem die Länder und Kommunen vertreten sind. Als Gründe gelten die steigenden Personal- und Energiekosten.

Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit (SPD) äußerte Verständnis für eine mögliche Erhöhung der Fahrpreise. Er verwies auf steigende Kosten bei den Unternehmen.

So wollten die Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wie alle anderen auch einen Tarifabschluss mit höheren Löhnen, sagte Wowereit dem rbb. Deshalb müssten bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln die Preise moderat steigen. Die Berliner Grünen forderten hingegen den Berliner Senat auf, Fahrpreiserhöhung strikt abzulehnen. Zuletzt waren die Fahrpreise im VBB zum 1. August 2012 um durchschnittlich 2,8 Prozent angehoben worden.

Der VBB wollte sich nicht zu den Einzelheiten des neuen Fahrpreiskonzeptes äußern. Die Entscheidung darüber sei noch offen, sagte VBB-Sprecher Eike Arnold. Wann damit zu rechnen ist, sagte Arnold nicht.

Laut den in Medien kursierenden Tabellen soll sich die Berliner AB-Monatskarte um einen auf 78 Euro verteuern. Im Abonnement würde sie künftig 722 statt 710 Euro kosten, als Jahreskarte 690 statt 680 Euro. Die ABC-Monatskarte soll künftig 97 Euro kosten – zwei Euro mehr als bisher.

Nach Informationen des "Tagesspiegels" wollen die Städte Potsdam, Brandenburg, Frankfurt (Oder) und Cottbus auf eine Preisanhebung bei den Einzelfahrscheinen verzichten. Auch bei den Tageskarten blieben die kreisfreien Städte in Brandenburg beim bisherigen Tarif.

Der Berliner Grünen-Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar nannte die angestrebten Fahrpreiserhöhungen bei BVG und S-Bahn dreist. "Der Senat hat erneut über 10 Millionen Euro wegen der S-Bahn-Krise einbehalten, das S-Bahn-Angebot wird stetig ausgedünnt. Warum dann die Fahrgäste ihr Portemonnaie öffnen sollen, ist unverständlich."

(dpa/BM)
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