18.02.13

Urteil

Berlinerin misshandelt ihr Baby - fünf Jahre Haft

Eine Berlinerin lehnte ihr Baby von Anfang an ab. Als der kleine Junge schrie, schüttelte sie ihn. Er musste im Anschluss notoperiert werden.

Foto: picture-alliance / dpa

Eine Berlinerin schüttelte ihr Baby so heftig, dass es bleibende Schäden davontrug. Die Mutter muss nun mehrere Jahre in Haft
Eine Berlinerin schüttelte ihr Baby so heftig, dass es bleibende Schäden davontrug. Die Mutter muss nun mehrere Jahre in Haft

Für die Staatsanwältin war es Hass auf das eigene Kind der Angeklagten, für die Verteidigerin ein Zeichen hoffnungsloser Überforderung. Gleich mehrfach hat eine 31-jährige Frau aus Berlin-Hellersdorf ihren erst wenige Wochen alten Säugling massiv misshandelt.

Das Kind, so viel steht bereits fest, wird sein Leben lang an den Folgen zu leiden haben. Am Montag wurde die Mutter zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Der kleine Damian war gerade mal fünf Wochen alt, als sich seine Mutter Nancy M. am 26. Juni 2012 durch sein Schreien derart gestört fühlte, dass sie dem Jungen einen so heftigen Schlag gegen den Kopf versetzte, dass sich noch Stunden später der Abdruck ihres Eheringes an der Stirn des Babys abzeichnete.

Es war nicht die erste Misshandlung des Jungen. Als der Junge Krampfanfälle und Atemaussetzer bekam, alarmierte Nancy M. die Feuerwehr. Eine Notoperation rettete dem Kind zwar das Leben, was hingegen blieb, war eine schwere Hirnschädigung. Nancy M. wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft.

Trauma nach der Geburt

Nancy M. hat bereits eine Tochter aus erster Ehe, deren Geburt führte bei der 31-Jährigen zu einem Trauma. Dass sie trotzdem nochmals ein Kind zur Welt brachte, ist wohl auf das Drängen ihres zweiten Ehemannes und ihrer Schwiegereltern zurückzuführen, die sich sehnlich ein Kind und einen Enkel wünschten.

Sie hasse Kinder, wolle das Kind nicht und werde sich um das Neugeborene auch nicht kümmern, teilte Nancy M. schon während der Schwangerschaft einer Bekannten mit. Eine geplante Abtreibung unterblieb nur, weil sie den bereits vereinbarten Termin wegen einer Grippeerkrankung absagen musste. "Ich hasse das Kind schon jetzt", äußerte die Hochschwangere mehrfach.

Auch nach der Geburt änderte sich an der Einstellung von Nancy M. zu ihrem Sohn nichts. "Das Gör geht mir auf den Keks", schrieb Nancy M. einer Internetbekanntschaft, ein anderes Mal äußerte sie, sie stehe kurz davor "das Ding abzuwürgen". Einer Freundin gegenüber bekannte Nancy M., wenn das Baby so weiterschreie, werde sie es aus dem Fenster werfen. Sie lehnte es kategorisch ab, den Säugling überhaupt zu berühren.

Die Versorgung übernahmen ihr Ehemann und eine Tante. Die sorgten dafür, dass Mutter und Kind nie allein waren. Am Tattag klappte das allerdings nicht.

Damian wird infolge der verursachten Nervenlähmung niemals gehen können. Und muss sein Leben lang eine künstliche Absaugvorrichtung im Körper tragen, die regelmäßig erneuert werden muss. Auch eine bleibende geistige Behinderung ist zu befürchten.

Bis zum Antritt ihrer Strafe kommt Nancy M. zunächst frei. Eine Wiederholungsgefahr hält das Gericht für ausgeschlossen, denn ihr Sohn lebt bei Pflegeeltern, der Mutter ist jeder Kontakt untersagt.

Jetzt kehrt sie zunächst zu ihrem Mann zurück, der seine Frau wieder aufnehmen will. Sein ursprünglicher Wunsch, irgendwann auch den gemeinsamen Sohn zurückzubekommen, dürfte sich allerdings kaum erfüllen.

Quelle: hhn
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