16.02.13

Radikaler Protest

Linksradikale randalieren in Kreuzberg

Hunderte Autonome sind durch Kreuzberg gezogen, es kam zu Krawallen. Linke hatten zu Protesten gegen den Berliner Polizeikongress aufgerufen

Von Steffen Pletl, Sebastian Geisler, Peter Oldenburger und Dirk Westphal
Foto: Iris Hesse

Linksautonome haben in Berlin-Kreuzberg randaliert. An der Oranienstraße zündeten sie eine Barrikade an.

8 Bilder

Großaufgebot der Polizei in Kreuzberg: Brennende Autoreifen blockierten am Sonnabendabend gegen 20 Uhr die Oranienstraße vor dem Gebäude der Bundesdruckerei. Demonstranten hatten Autoreifen auf die Straße geworfen und angezündet. Sofort entstand ein weithin sichtbares Feuer mit starker Rauchentwicklung. Anwohner reagierten schockiert.

Die Polizei und Feuerwehr waren mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen vor Ort. Das Feuer konnte nach rund einer Viertelstunde gelöscht werden. Der Verkehr war jedoch länger behindert. Etwa 45 Minuten wurde die Oranienstraße zwischen Ecke Lindenstraße und Alte Jakobstraße von Polizisten gesperrt. Auch Wasserwerfer fuhren zeitweise auf.

Rund 650 Demonstranten

Nach Polizeiangaben hatten sich an zwei Plätzen - an der Köpenicker Straße sowie am Mariannenplatz in Kreuzberg - jeweils rund mehr als 300, teilweise vermummte Demonstranten zusammengefunden, bengalische Feuer wurden abgebrannt.

Am Heinrichplatz zündeten sie ein Auto vom Typ "Mercedes" an, die Bundesdruckerei und zwei Sparkassenfilialen wurden mit Farbbeuteln beworfen, Glasscheiben von Bushaltestellen zerschlagen.

An der Adalbertstraße wurden auch zwei Fahrzeuge von Handwerksbetrieben beschädigt. Steine flogen, Scheiben gingen zu Bruch. Dabei erlitten mehrere Menschen laut Feuerwehr kleinere Verletzungen, sie mussten von Notärzten behandelt werden.

Polizeibeamte versuchten, den nicht angemeldeten Aufzug anzuhalten und mit einem Verantwortlichen zu sprechen. Sie wurden teilweise mit Steinen beworfen.

Den Beamten gelang es, den geschlossenen Zug in kleinere Gruppen aufzulösen. Eine Gruppe bewegte sich in Richtung eines Autohauses an der Skalitzer Straße und versuchte dort, eine von der Polizei errichtete Absperrung zu durchbrechen, was mit Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken verhindert werden konnte.

Bis in die frühen Morgenstunden versuchten teilweise vermummte Personen immer wieder sich in Kreuzberg und Friedrichshain zu Spontanaufzügen zusammenzuschließen, was die Polizei immer wieder verhinderte.

Gegen 1.50 Uhr 50 ein 17-Jähriger an der Rüdersdorfer Straße in Friedrichshain einen fahrenden Einsatzwagen der Polizei zweimal mit Steine und beschädigte die Frontscheibe des Autos. Der alkoholisierte 17-Jährige wurde festgenommen.

Aufruf zur Gewalt im Internet

Im Internet hatte es zuvor einen Aufruf gegeben: "Gegen den Staat und seine Freunde. Berlin muss brennen." Die Absender, die sich als Autonome zu erkennen gaben, forderten dazu auf, an den Mariannenplatz zu kommen.

Am kommenden Dienstag und Mittwoch (19. und 20. Februar) tagt im Berliner Congress Center (bcc) am Alexanderplatz der 16. Europäische Polizeikongress, Europas führende Veranstaltung zur Inneren Sicherheit, unter dem Titel "Schutz und Sicherheit im digitalen Raum". Schwerpunkte des Kongresses sind in diesem Jahr die Polizei in sozialen Netzwerken, ePolice sowie Ausrüstung und Ausstattung. Dagegen richtete sich der militante Protest.

Diverse Sachbeschädigungen, ein brennendes Auto sowie acht verletzte Polizisten und 25 festgenommene Straftäter waren die Bilanz des Abends.

Die Polizei war mit beinahe 1000 Beamten im Einsatz. Am Abend sprach ein Polizeisprecher von einer "weitgehend beruhigten Lage".

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