15.02.2013, 13:47

Prozessbeginn Brandstifter aus Neukölln hörte Stimmen


In Berlin steht ein 25 Jahre alter Mann vor Gericht. Vor zwei Jahren hatte er mehrere Brände in Neukölln gelegt

Foto: Peter Steffen / dpa

In Berlin steht ein 25 Jahre alter Mann vor Gericht. Vor zwei Jahren hatte er mehrere Brände in Neukölln gelegt Foto: Peter Steffen / dpa

Ein heute 25-Jähriger legte vor zwei Jahren Brände in Dachböden und Kellern. Vor Gericht sagt er, eine innere Stimme habe ihn getrieben.

Von April 2011 bis Herbst 2012 hat es in Kellern und auf Dachböden im Berliner Bezirk Neukölln immer wieder gebrannt. Der Tatverdächtige gestand am Freitag zu Prozessbeginn sechs von sieben Brandstiftungen. "Es war wie eine Stimme im Kopf, die sagt, ich muss Feuer legen", erklärte der Bauarbeiter vor dem Berliner Landgericht. Menschen wurden nicht verletzt.

Drang, ein Feuer zu legen

"Ich war jeweils sehr betrunken gewesen und habe gezittert", begründete der Angeklagte seinen Drang, die Feuer in den Mehrfamilienhäusern zu legen. Der Mann hatte Sperrmüll und Unrat, Matratzen und Gerümpel angezündet. Meist konnte die Feuerwehr Schlimmeres verhindern.

Beim ersten Brand im März 2011 in der Kranoldstraße entstand allerdings ein Schaden von 70 000 Euro. Die Gas- und Stromzufuhr war eine Woche unterbrochen. Im Juni 2012 brannte es in einer Nacht im Hinterhof und Keller eines Hauses in der Hertastraße, in der auch der Angeklagte selbst mit seinem Bruder wohnte. Auch hier hatten die Mieter eine Woche weder Strom noch Gas.

Der Angeklagte erklärte, nüchtern hätte er niemals Feuer gelegt. Im Prozess sitzt eine Medizinerin, die die Schuldfähigkeit des 25-Jährigen begutachten wird.

(dpa/oje)
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