14.02.13

Flashmob

Tausende tanzen plötzlich am Brandenburger Tor

Die Kampagne "One Billion Rising" tanzt weltweit gegen Gewalt. Nun hat sie Berlin erreicht: Am Brandenburger Tor tanzte sogar die Polizei.

Von Leon Scherfig
Foto: dpa

 "One Billion Rising": Am Pariser Platz tanzten Tausende gegen Gewalt an Frauen an
"One Billion Rising": Am Pariser Platz tanzten Tausende gegen Gewalt an Frauen an

Tausende Menschen haben am späten Donnerstagnachmittag vor dem Brandenburger Tor getanzt. Mit dem Aktion im Rahmen der weltweiten Kampagne "One Billion Rising" wollten sie gegen Gewalt an Frauen und Mädchen protestieren. Selbst Polizisten haben mitgemacht. Wie viele Menschen genau in Berlin dabei waren, konnte die Polizei am Abend zunächst nicht sagen. Es sei aber alles friedlich geblieben.

Auch Sharon Adler hatte sich den Nachmittag extra dafür freigeräumt. Anstatt an an ihrem Arbeitsplatz an einer Präsentation weiterzuarbeiten, macht sich die Herausgeberin eines Online-Magazins für Frauen auf den Weg zum Brandenburger Tor. "Ich nehme an der Aktion teil, weil mich die vielen Fälle von Gewalt an Frauen betroffen machen und ich dagegen protestieren will", sagt die 50 Jahre alte Berlinerin.

Zum ersten Mal weltweit wollen die Organisatorinnen, die sich über den gesamten Globus verteilen, mit ihrer Kampagne "One Billion Rising" gegen Gewalt an Frauen und Mädchen antanzen. Frauen - so zumindest das Ziel des ambitionierten Projekts - sollen einer vorgegebenen Choreografie, um ihr Gemeinschafts-Gefühl zu stärken. Allein in Berlin hatten die Veranstalterinnen sieben Veranstaltungsorte angekündigt: die größten am Alexanderplatz und Brandenburger Tor.

Die Deutschland-Initiatorin der Kampagne, die im Oktober eine deutsche Webseite ins Leben rief, hat sich die Idee in den Vereinigten Staaten abgeschaut. "Der Anstoß ist es gewesen, etwas zu organisieren, an dem man nicht so leicht vorbeischauen kann", sagt die Grafikerin und Fotografin Sabine Mairiedl. Für ganz Deutschland seien mehr als 200 Events angekündigt.

Der Fall der vergewaltigten und später im Krankenhaus gestorbenen Studentin aus Indien, der weltweit für Bestürzung gesorgt hatte, "sei eines von vielen Beispielen, warum es Handlungsbedarf gebe", sagt die 49-Jährige. Warum die Teilnehmerinnen ausgerechnet tanzend gegen die Gewalt protestieren? "Es geht darum, das eigene Körpergefühl zu spüren und so auch an Selbstbewusstsein und Stärke zu gewinnen", sagt Mairiedl. Die Choreografie geht zurück auf New Yorker Tänzer und erfolgt zum Lied "Break the Chain".

Die Kampagne "One Billion Rising" fällt auf den 15. Jahrestag des sogenannten V-Day. Dieser geht auf ein Theaterstück der Autorin Eve Ensler zurück und versteht sich als Protest gegen Vergewaltigungen und Gewalt gegen Frauen. Anlässlich des Protest-Tages wird in Berlin auch das Theaterstück aufgeführt, dem der Tag angeblich seinen Namen verdankt: Die "Vagina-Monologe".

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