08.02.2013, 12:45

Zuordnung schwierig Berliner Tunnel-Gangster ließen kartonweise Beute zurück

Die Täter hatten viele Wertsachen aus den Schließfächern im Tresorraum zurückgelassen. Die Bank muss jetzt klären, wem was gehört.

Nach dem Einbruch von Tunnel-Gangstern geht die Berliner Volksbank von mehreren Monaten Arbeit aus, bis die zurückgelassenen Wertsachen den Eigentümern übergeben sind.

Mittlerweile gebe es aber nur noch 24 geschädigte Kunden, die sich bisher nicht gemeldet haben und auch telefonisch nicht erreichbar waren, teilte die Sprecherin des Berliner Geldinstituts, Nancy Mönch, am Freitag mit. Diese Kunden würden nun erneut per Einschreiben um eine Kontaktaufnahme gebeten. Viele Wertsachen aus den aufgebrochenen Schließfächern – darunter Schmuck, Münzen und auch ganze Geldbündel - hatten die Täter im Tresorraum und im Tunnel zurückgelassen.

Die Einbrecher hatten von einer Tiefgarage in Berlin-Steglitz einen 45 Meter langen Gang gegraben, der in den Tresorraum einer Volksbankfiliale führte. Dort brachen sie in der Nacht zum 14. Januar 309 Schließfächer auf. Davon waren 294 vermietet, was die Polizei für eine ungewöhnlich hohe Quote hält. Denn nur rund die Hälfte der 1600 Fächer im Tresorraum waren belegt.

Bis zu 50 geschädigte Kunden kommen täglich

Nach Angaben von Mönch haben die Hälfte der 600 Bankkunden, deren Schließfächer nicht aufgebrochen wurden, inzwischen ihre deponierten Wertsachen überprüft. Zwei Mitarbeiter kümmerten sich darum, dass 40 bis 50 Kunden am Tag Zutritt zum Tresorraum erhalten. Verluste oder Schäden wurden laut Volksbank bislang nicht gemeldet mit Ausnahme vereinzelter Rußrückstände an Kassetten. Die Einbrecher hatten vor ihrer Flucht Feuer gelegt.

Bei der Polizei sind bisher 380 Hinweise aus der Bevölkerung zu dem spektakulären Tunnel-Coup eingegangen. Eine konkrete Spur zu den Tätern fehle aber weiterhin, sagte eine Polizeisprecherin.

(dpa/sei)
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