06.02.13

Steglitz

Berliner Tunnel-Gangster ließen Geldbündel liegen

Was die Bank-Einbrecher alles mitgehen ließen, wissen bisher weder die Polizei noch die Bank genau. Sie ließen aber viele Wertsachen da.

Foto: dpa

In Berlin-Steglitz haben bislang Unbekannte einen Tunnel gegraben und sind so in den Tresorraum einer Filiale der Berliner Volksbank eingedrungen. Vier Tage nach der Tat konnte der Tunnel erstmals von Journalisten fotografiert werden.

26 Bilder

Bei ihrem spektakulären Einbruch durch einen Tunnel in eine Berliner Volksbankfiliale haben die Täter vor mehr als drei Wochen viele Wertsachen aus aufgebrochenen Schließfächern zurückgelassen. Die Volksbank hat jetzt viel Arbeit damit, die Schmuckstücke, Gold- und Silbermünzen, Banknoten und Dokumente den Eigentümern zuzuordnen. "Wir werden damit noch Wochen zu tun haben", sagte die Sprecherin des Berliner Geldinstituts, Nancy Mönch, am Mittwoch. Sie bestätigte Berichte, wonach die Einbrecher auch ganze Geldbündel nicht mitgenommen haben.

Der "Tagesspiegel" hatte schon am vergangenen Wochenende berichtet, dass Ermittler und Bankangestellte im Tresorraum und im Tunnel 25 Umzugskartons mit zurückgelassener Beute gefüllt haben sollen. Dies hatte Spekulationen genährt, die Einbrecher könnten anderes als Gold und Edelsteine gesucht haben. Es gibt aber auch Vermutungen, dass die Einbrecher durch einen Alarm gestört wurden und flüchteten, bevor sie ihre "Arbeit" erledigt hatten. Sie hatten seinerzeit Feuer gelegt.

Heiße Spur fehlt noch immer

Von einer Tiefgarage in Berlin-Steglitz hatten die Täter monatelang einen 45 Meter langen Tunnel gegraben, der in den Tresorraum führte. Dort waren in der Nacht zum 14. Januar 309 Schließfächer aufgebrochen worden. Davon waren 294 vermietet, was die Polizei für eine ungewöhnlich hohe Quote hält. Denn nur rund die Hälfte der 1600 Fächer im Tresorraum waren belegt.

Eine heiße Spur zu den Tätern haben die Ermittler auch dreieinhalb Wochen nach dem Coup noch nicht. Bisher seien 375 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Auch brauchbare Hinweise seien darunter, aber noch keine konkrete Täterspur.

Nach Angaben von Mönch haben sich fast 100 Schließfachmieter noch immer nicht bei der Bank gemeldet. Das Geldinstitut bittet vom Einbruch betroffene Kunden nun um eine Auflistung und Beschreibung ihrer Wertsachen. "Je detailreicher die Beschreibung ausfällt, desto unkomplizierter ist die Zuordnung", sagte Mönch. "Vielleicht gibt es auch Fotos, auf denen Schmuck aus dem Schließfach zu sehen ist." Laut Mönch hat die Volksbank eigens Mitarbeiter für die Zuordnung der Wertsachen abgestellt. Dokumente wie etwa Zeugnisse, Urkunden oder Vertragsunterlagen sollen mit Vorrang behandelt werden.

Quelle: dpa/ap
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