04.02.13

Vernachlässigung

Berliner Polizei holt zwei Kinder aus ihren Familien

Die Serie der aufgedeckten Kindesvernachlässigungen in Berlin geht weiter. Am Wochenende wurde die Polizei erneut zu zwei Fällen gerufen.

Von Peter Oldenburger

Am Wochenende sind in Berlin erneut vernachlässigte Kinder aufgefunden worden. Das Fachkommissariat beim Landeskriminalamt hat gegen zwei Mütter aus Wedding und Steglitz Ermittlungen eingeleitet.

Die betroffenen Kinder, ein Junge im Alter von drei Jahren und ein neunjähriges Mädchen, sind von Polizeibeamten in die Obhut des Kindernotdienstes gebracht worden. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Bereits in der Woche zuvor waren mehrere vergleichbare Fälle bekannt geworden.

Im Fall des dreijährigen Jungen hatte sich ein anonymer Anrufer am Freitagabend gegen 20.45 Uhr bei der Polizei gemeldet und berichtet, dass sich ein Kleinkind seit Stunden allein in einer Wohnung befinde.

Die Polizei benachrichtigte vorsorglich auch die Feuerwehr. Zeitgleich mit den Rettungskräften kehrte die 24 Jahre alte Mutter des Jungen zu ihrer Wohnung zurück und erklärte, sie sei einkaufen gewesen. Der Dreijährige wurde schlafend in seinem Zimmer vorgefunden.

Sowohl dort als auch in der übrigen Wohnung waren die Räume in einem schmutzigen und unordentlichen Zustand. Zudem wurden verdorbene und zum Teil mit Schimmel behaftete Lebensmittel vorgefunden.

Gegen die alleinerziehende 24-Jährige wurde wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht Anzeige erstattet.

Betrunkene Mutter auf der Bank

In Steglitz hatte sich nahe des U-Bahnhofs Rathaus Steglitz ein neun Jahre altes Mädchen am Sonntagabend Hilfe suchend erst an eine Passantin und dann an BVG-Mitarbeiter gewandt.

Das Kind berichtete gegen 19 Uhr, dass seine Mutter betrunken auf einer Bahnhofsbank liege und einfach nicht aufwachen würde. Außerdem hatte das Mädchen laut Polizei angegeben, dass es zu Hause von ihrer Mutter geschlagen werde. Polizeibeamte brachten die Neunjährige zum Notdienst, die betrunkene Mutter wurde zu ihrer Wohnung begleitet.

Erst in der Nacht zu Freitag voriger Woche hatte die Polizei einen Achtjährigen in Marzahn aus einer Notlage befreit. Der Junge hatte sich, nachdem er bereits fast drei Stunden allein zu Hause und in der Wohnung eingeschlossen war, gegen 23 Uhr per Telefon an seinen Großvater in Bayern gewandt.

Der verängstigte Junge hatte zudem mitgeteilt, dass seine Mutter ihr Mobiltelefon zu Hause gelassen hatte und er sie deshalb nicht erreichen könne.

Zwei Stunden nach dem Hilferuf wurde die Wohnung von Mitarbeitern eines Schlüsseldienstes geöffnet. Dabei stellte sich heraus, dass auch die Klingel abgestellt war. Weil die Mutter weiter abwesend und die Zweizimmerwohnung unordentlich und nur mäßig sauber erschien, brachten die Beamten den Jungen zum Kindernotdienst.

Die Mutter hatte sich erst gegen 4.30 Uhr stark betrunken beim nächsten Polizeiabschnitt gemeldet, um die Wohnungsschlüssel abzuholen.

Weitere drei Fälle am letzten Januarwochenende hatte die Polizei nur zufällig entdeckt. In Charlottenburg, Hohenschönhausen und Marzahn mussten vier Kinder aus stark verschmutzten Wohnungen befreit und dem Kindernotdienst übergeben werden. Betroffen waren zwei Sieben-, eine Sechsjährige sowie ein erst sechs Monate altes Baby.

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