04.02.13

Zeugen gesucht

Nach Flusssäure-Attacken - Belohnung ausgesetzt

Nach den Flusssäure-Vorfällen in Berlin-Mitte fehlt von den Tätern weiter eine Spur. Nun gibt es bis zu 5000 Euro für Hinweise.

Von Ulla Reinhard
Foto: dapd

Flusssäure-Alarm am Berliner Alexanderplatz: Polizisten sichern an der Karl-Liebknecht-Straße an einer Haltestelle der Straßenbahn Spuren.

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Im Fall der Flusssäure-Attacke am Berliner Alexanderplatz haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Wall AG eine Belohnung ausgesetzt.

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wollen die beiden Unternehmen bis zu 5000 Euro zahlen. "Der oder die Täter setzen in wirklich heimtückischer Weise die Gesundheit unserer Fahrgäste, der Mitarbeiter der Wall AG und unbeteiligter Passanten aufs Spiel", sagte BVG-Vorstandsvorsitzende Sigrid Evelyn Nikutta am Montag. "Das muss sofort aufhören."

Auch die Polizei hat noch einmal um Mithilfe bei der Fahndung nach den Tätern gebeten. Seit einer Anschlagsserie im Jahr 2006 zahlt die Behörde bis zu 2000 Euro für sachdienliche Angaben zu den gefährlichen Gift-Attacken.

Hinweise zu den aktuellen Fällen nehmen das Landeskriminalamt an der Gallwitzallee 87 in Lankwitz unter der Telefonnummer (030) 4664 97 73 19 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Drei Menschen waren verletzt worden

Am vergangenen Dienstag hatten sich eine zwölfjährige Schülerin und zwei 28 und 62 Jahre alte Mitarbeiter der Firma Wall verletzt, nachdem sie an Tram- und Bushaltestellen am Alexanderplatz mit Flusssäure in Berührung gekommen waren.

Das Mädchen erlitt eine Vergiftung am Arm, die beiden Wall-Angestellten mussten mit Atemwegsreizungen in Krankenhäuser gebracht werden. Einer der Männer musste für zwei Tage stationär behandelt werden.

Die Polizei stellte im Verlauf der Ermittlungen insgesamt sieben kontaminierte Wartehäuschen fest. Die BVG ließ alle betroffenen Scheiben austauschen.

Am Montag meldete ein BVG-Mitarbeiter einen weiteren Verdachtsfall an einem Hauseingang an der Schönhauser Allee in Pankow. Kriminaltechniker bestätigten, dass die Spur im Glas zumindest auf den ersten Blick nach Flusssäure aussah.

Die Beamten nahmen eine Probe und brachten sie ins Labor. Das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung stand am Montagnachmittag noch aus.

Kommt Flusssäure mit der Haut oder anderem Körpergewerbe in Berührung, frisst sie sich durch das Gewebe hindurch und zerstört es bis in die Knochen. So können unheilbare Verletzungen entstehen. Im Extremfall kann der Kontakt mit der ätzenden Substanz sogar tödlich sein.

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