02.02.13

Karnevalsumzug

BERlin, Hei-jo! Die Narren erobern die Stadt

Ab 11.11 Uhr ziehen am Sonntag wieder die Jecken durch die Berliner City West. Das Motto: "BERlin Hei-Jo – wir starten durch!"

Foto: dpa

Clowns und Kamelle: Seit 2011 ziehen die Berliner Jecken bei ihrem Karnevals-Umzug durch die Stadt
Clowns und Kamelle: Seit 2011 ziehen die Berliner Jecken bei ihrem Karnevals-Umzug durch die Stadt

Im Karneval wird nicht nicht nur gebützt, geschunkelt und viel Schnaps getrunken. Es wird auch gelästert, übertrieben und persifliert. Traditionell nehmen die Karnevalsumzüge in ganz Deutschland Themen und Politiker auf die Schippe, die das vergangene Jahr geprägt haben.

Was liegt also für das "Festkomitee Berliner Karneval" näher, als das Pannen-Desaster rund um den Berliner Flughafen BER ironisch zu verwerten? So lautet denn auch das Motto des 13. Berliner Karnevalszug am heutigen Sonntag: "BERlin Hei-Jo – wir starten durch".

Der Präsident des Festkomitees, Edmund Braun, betont aber, dass das Motto eigentlich schon entstanden sei, bevor eine Hiobsbotschaft über den neuen Flughafen auf die andere folgte. "Das hat sich einfach so ergeben. Die Anspielung auf den Flughafen hat sich erst später eingeschlichen." Man wolle die Politik zwar ein bisschen "veräppeln". Aber so ein richtig boshaftes Austeilen sei eigentlich nicht die Absicht des Berliner Karnevals.

Route startet in der Hardenbergstraße

Pünktlich um 11.11 Uhr starten die Karnevalisten ihren Umzug in der Hardenbergstraße. Mit dabei ist das Prinzenpaar Frank I und Claudia I. Der Zerspanungstechniker und die Hotelfachfrau sitzen natürlich auf dem Prinzenwagen und lassen sich von den Jecken am Straßenrand bejubeln. Die Route soll den Umzug über den Steinplatz und den Kurfürstendamm bis zum Wittenbergplatz und die Bayreuther Straße führen.

Die Route ist in diesem Jahr etwas kürzer als sonst. Der Senat habe verordnet, dass niemand über die Grünflächen auf dem Kurfürstendamm laufen soll. Deshalb habe man sogar extra eine Versicherung abschließen müssen. "Das interessiert halt nur die Leute nicht", sagt Präsident Edmund Braun. "Die laufen da natürlich trotzdem drüber." Deshalb wird er sich höchstpersönlich am Kurfürstendamm vor den Anpflanzungen aufbauen, statt auf einem der bunten Festwagen mitzufahren. In voller Kostümierung und mit karnevalistischem Frohsinn will er die feierfröhlichen Berliner vom Betreten der Grünflächen abhalten.

Rund 30 oder 40 Wagen werden in diesem Jahr durch die Stadt rollen. Was die Zuschauer aber genau erwartet, kann Bauer nicht verraten – selbst wenn er wollte. Im Gegensatz zu den Karnevalshochburgen im Rheinland darf in Berlin niemand die Wagen vorher sehen. "Die Vereine haben sich alle was überlegt und mit Sicherheit wie immer sehr kreativ umgesetzt", sagt Bauer. Er jedenfalls findet diese Regelung besser als die in anderen Bundesländern. "Dann ist die Überraschung doch umso größer", so Bauer.

30 bis 40 Tonnen Kamelle

Auf die Zuschauer am Wegesrand warten rund 30 bis 40 Tonnen Kamelle: Süßkram, Schokolade und Bonbons für jeden. "Hier kann jeder mit einer vollen Tüte nach Hause gehen", so Bauer. Die Aufregung um das vom Senat verhängt Konfetti-Verbot versteht Bauer wiederum nicht: "Wir haben doch noch nie mit Konfetti geworfen" sagt er.

Das sei nicht gut für die Umwelt und sähe ja auch nicht schön aus, besonders wenn der Boden vom Regen oder Schnee noch feucht ist. "Es kann also eigentlich niemand plötzlich Konfetti vermissen, weil wir ja noch nie welches hatten", sagt Bauer. Ansonsten erwarten die Berliner "viele bunte Kostüme und fröhliche Menschen". Außerdem natürlich Tanzmariechen und die Funkengarde.

Auf die Frage, wie sich denn der zeigefreudige, feuchtfröhliche und flirtintensive Karneval mit der aktuellen Sexismus-Debatte vereinen ließe, bricht Edmund Braun in schallendes Gelächter aus. Dann sagt er, die Temperaturen am Sonntag würden ohnehin eher nicht dazu einladen, oben ohne rumzulaufen. Und überhaupt es sei ja nur Karneval.

Quelle: ohr
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