02.02.13

Liebigstraße

"Liebig 14"-Demo gegen Gentrifizierung verläuft friedlich

In Friedrichshain waren Krawalle befürchtet worden. Die Räumung der besetzten Liebigstraße 14 hatte 2011 schwere Ausschreitungen ausgelöst.

Foto: dpa

"Mehr Rendite mit der Miete": Hunderte Menschen haben gegen die steigenden Mieten in der Hauptstadt demonstriert
"Mehr Rendite mit der Miete": Hunderte Menschen haben gegen die steigenden Mieten in der Hauptstadt demonstriert

Zwei Jahre nach der Räumung des linksalternativen Projekts Liebigstraße 14 haben am Sonnabend mehrere Hundert Menschen in Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte gegen Mietsteigerungen und die damit verbundene Verdrängung von Bewohnern protestiert.

Die Veranstaltung unter dem eher ironisch gemeinten Motto "Mehr Lebensqualität durch Mietsteigerungen" verlief nach Polizeiangaben ohne nennenswerte Zwischenfälle. Im Vorfeld der Veranstaltung war mit Krawallen gerechnet worden.

Nachdem am Mittag von 12 Uhr an zunächst nur wenige Dutzend Teilnehmer vor dem Haus Liebigstraße 17 an einer Kundgebung teilgenommen hatten, formierte sich am späten Nachmittag ein Demonstrationszug.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten sich ab 16 Uhr etwa 250 Personen am Startplatz des Umzuges an der Kreuzung Rigaer, Ecke Proskauer Straße in Friedrichshain eingefunden. Gegen 16.45 Uhr setzte sich die Demonstration mit 300 Teilnehmern in Richtung Kreuzberg in Bewegung.

Die Demonstranten hielten – musikalisch begleitet von Sambaklängen – Transparente mit Aufschriften wie "Mehr Rendite mit der Miete" oder "Friedrichshainer Patriotische Demokraten: Ihr Geld und unsere Zukunft" in die Höhe.

Hunderte Polizisten im Einsatz

Im Verlauf des Umzuges über die Samariterstraße und den Bersarinplatz war die Teilnehmerzahl laut Polizei auf 400 Menschen angewachsen, ohne dass die Polizei einschreiten musste. Nachdem der Protestzug die Schillingbrücke passiert hatte, erreichte er schließlich den Endpunkt in der Köpenicker Straße in Mitte. Die Polizei begleitete die Veranstaltung nach eigenen Angaben mit rund 400 Beamten.

Im Februar 2011 hatte die Polizei das linksalternative Wohnprojekt in der Liebigstraße geräumt, um einen vom Hauseigentümer erwirkten Gerichtsbeschluss umzusetzen. In Anschluss kam es bei Demonstrationen in Friedrichshain zu schweren Ausschreitungen.

Hunderte gewaltbereite Randalierer griffen zahlreiche Geschäfte mit Steinen an und bewarfen Polizisten mit Flaschen und Steinen. Besonders der Bereich der Warschauer Straße war von den schweren Krawallen betroffen, bei denen viele Polizisten verletzt wurden.

Quelle: plet/pol
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