01.02.13

Schwaben-Streit

Nach der Spätzle-Attacke kommt jetzt die Maultaschen-Mauer

Die Gruppe "Free Schwabylon" hat in Berlin damit begonnen, eine symbolische Mauer aus Maultaschen um den "schwäbischen Bezirk" zu ziehen.

Wenige Stunden nach Ablauf eines Ultimatums haben die anonymen Aktivisten von "Free Schwabylon" ihre Drohung wahr werden lassen und erneut einen Klassiker der schwäbischen Küche für ihre Sache eingesetzt.

An verschiedenen "künftigen Grenzübergängen" im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg haben die Mitglieder der Bewegung damit begonnen, "im Dienste der schwabylonischen Sache Maultasche für Maultasche aufzuschichten. Wir werden nicht ruhen, bis Schwabylon frei ist", schreiben die Aktivisten auf ihrer Homepage.

Die nun errichtete "Mauer aus Maultaschen" solle die schwäbische Enklave symbolisch markieren, heißt es in dem Beitrag weiter. "Die Maultaschenmauer ist kein 'Antiberliner Schutzwall'. Wir wollen keine Diktatur, wie sie lange auf schwabylonischem Gebiet geherrscht hat. Die Mauer markiert die schwäbische Enklave symbolisch. Sie ist der nächste Schritt auf dem Weg zu einer schwäbischen Bezirksverwaltung."

Die Gruppe hat die "Berliner Minderheit" zuvor aufgefordert, Schwabylon bis zum 31. Januar zu verlassen. Da dieser Aufforderung nicht nachgekommen sei, müsse man nun "eine deutlichere Sprache sprechen". Die Maultaschen sollen "das schwäbische Wohngebiet vor dem Zorn der Berliner" verhüllen.

Ausweisung von Wolfgang Thierse gefordert

Mitte Januar hatte dieselbe Gruppe das Käthe-Kollwitz-Denkmal auf dem Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg mit Spätzle beworfen und sich in einem Schreiben dazu bekannt. Darin hatten die Aktivisten die Einrichtung eines autonomen schwäbischen Bezirks für die süddeutsche Bevölkerungsgruppe in der Hauptstadt gefordert.

"Der Kollwitzplatz als Zentrum der Berliner Schwaben soll schwäbisch werden. In einem Viereck um den Platz sollen Schwäbinnen und Schwaben so schwäbisch sein können, wie sie wollen", hatte es darin geheißen.

Außerdem sollte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, der in dem Blog-Eintrag als "antischwäbischer Agitator" bezeichnet worden war, aus Schwabylon ausgewiesen werden. Der SPD-Politiker hatte sich Ende Dezember in einem Interview mit der Berliner Morgenpost darüber beklagt, beim Bäcker nicht mehr Schrippen, sondern nur noch Wecken zu bekommen.

Auch sei es ein Widerspruch, wenn Schwaben nach Berlin zögen, weil die Stadt bunt und abenteuerlich sei und sich nach einiger Zeit die Kehrwoche ihrer Kleinstadt zurückwünschten. Die Äußerungen hatten für bundesweiten Wirbel gesorgt – Thierse selbst relativierte sie später, die "läppisch-unernsten Bemerkungen" seien ironisch gemeint gewesen.

Quelle: chm
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Vatikan Papst feiert mit 150.000 Gläubigen Ostermesse
Murmansk Himmelskörper verursacht Lichtexplosion
In Feiertagsstimmung Miranda Kerr schmeißt sich ins Osterhäschen-Kostüm
Südkorea Geretteter Schulleiter bringt sich um
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Mount Everest

Tote Sherpas und ehrgeizige Touristen

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote