01.02.13

Berlin

Mord auf der Fischerinsel – Lebenslang für Auftragskiller

Ein Millionär war 2008 in Berlin hinterrücks erschossen worden. Dafür muss auch der Mörder jetzt lebenslang in Haft.

Foto: dpa

Adam M. im Berliner Landgericht. Der einstige Fremdenlegionär hat einen Unternehmer hinterrücks erschossen
Adam M. im Berliner Landgericht. Der einstige Fremdenlegionär hat einen Unternehmer hinterrücks erschossen

Nach dem kaltblütigen Mord an einem Berliner Unternehmer muss ein Fremdenlegionär lebenslang in Haft. In seinem Urteil stellte das Berliner Landgericht am Freitag außerdem wegen Heimtücke und Habgier die besondere Schwere der Schuld fest. Der Verurteilte kann somit nicht nach 15 Jahren vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen werden. Das Gericht ist sicher, dass der Söldner den Makler bei dessen Abendspaziergang auf der Berliner Fischerinsel mit einem Schuss ins Herz hinterrücks ermordete. 10.000 Euro seien dafür vereinbart gewesen.

Der frühere Angehörige der polnischen Luftwaffe hatte die Tat vom 3. November 2008 bestritten. Das Gericht hatte nach sieben Monaten Prozessdauer jedoch keine Zweifel an seiner Schuld. Der 45-Jährige habe sich mehrfach der Tat gerühmt, betonte Richter Bernd Miczajka. "Rücken, Kopf und Herz, das ist meine Visitenkarte", habe der Verurteilte bei seiner Schilderung der Tat gesagt.

Über London hatte sich der mutmaßliche Killer wenige Tage nach der Schießerei nach Indien abgesetzt. Auch dort habe sich der Fremdenlegionär mit der Tat gebrüstet. Ein Deutscher zeigte ihn an. Im März 2009 wurde der Mann festgenommen und im November 2011 nach Berlin ausgeliefert.

Auftraggeber wurden bereits verurteilt

Als Auftraggeber wurden zwei Bauunternehmer bereits im Februar 2010 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Beide hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Unternehmer sollte nur verprügelt werden, hatten sie damals behauptet. Der Legionär habe jedoch ganz deutlich erklärt, "er werde töten", sagte Richter Miczajka. Die Verurteilten hätten den Makler für Zahlungsausfälle in ihrer Firma verantwortlich gemacht. Es soll sich um Ausstände in Millionenhöhe gehandelt haben.

Ein erster Anschlag mit einer Armbrust sei gescheitert. Daraufhin habe sich der Söldner mit seiner Pistole auf die Lauer gelegt. Als der Makler arglos mit seinem Hund auf der Fischerinsel spazieren ging, trafen ihn die Schüsse. Danach habe der 45-Jährige den Auftraggeber angerufen und erklärt: "Der Abriss ist erledigt."

Quelle: dpa/alu
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