25.01.13

Spitzenforschung

Einstein Stiftung Berlin fordert langfristige Finanzierung

Die Einstein Stiftung Berlin sollte Spitzenwissenschaftler aus aller Welt anziehen. Doch der Etat ist zu klein, sagt der Vorstandsvorsitzende

Foto: Reto Klar

Prof. Martin Grötschel ist Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin
Prof. Martin Grötschel ist Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin

Rund fünf Jahre nach ihrer Gründung ringt die Berliner Einstein Stiftung noch immer um eine bessere Finanzierung durch das Land. Trotz Erfolgen wie etwa bei der Berufung von Spitzenwissenschaftlern an die Berliner Universitäten, habe die Stiftung im Jahr 2013 nur rund fünf Millionen Euro für Neuförderungen zur Verfügung, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Grötschel am Freitag.

Die Stiftung soll helfen, Berlin als Wissenschaftsstandort leuchten zu lassen. Sie würde auch gern einspringen, wenn ab 2017 Fördermillionen für die Unis mit dem Ende der Exzellenzinitiative des Bundes versiegen. Mit der heutigen Ausstattung sei das kaum möglich, ergänzte Grötschel.

Die Einstein Stiftung zählte einst zu den Lieblingsideen des ehemaligen Wissenschaftssenators Jürgen Zöllner (SPD). Er wollte sie mit mehr als 35 Millionen Euro pro Jahr ausstatten. Berlin als Wissenschaftsstadt sollte durch die Stiftung wie eine Marke auch im Ausland an Strahlkraft gewinnen – wie eine Art Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Kleinformat.

Diese Idee ist lange gescheitert. Anfangs bekämpften sogar die Unis die Stiftung als mögliche Konkurrentin. Vor allem aber hat das Land sie jährlich mit weit weniger Geld versorgt. In drei Jahren hat die Stiftung für 47,7 Millionen Euro Projekte bewilligt. Da viele Fördergelder aber über mehrere Jahre laufen, bleiben 2013 nur fünf Millionen für neue Projekte übrig. Zehn Millionen sind aus den Vorjahren gebunden.

Nichtverwendetes Geld geht zurück

Nicht verwendetes Geld muss die Stiftung jedes Jahr zurückgeben. Wünschenswert ist aus Grötschels Sicht zumindest eine längerfristige Finanzierung wie bei den Hochschulverträgen. Sie laufen über drei Jahre.

Große Sprünge kann die Stiftung also kaum machen. Es ist ihr aber zum Beispiel gelungen, seit 2010 sechs exzellente Professoren nach Berlin zu locken und einen zum Bleiben zu bewegen. Darüber hinaus kamen renommierte ausländische Gastwissenschaftler nach Berlin und fast 90 Doktoranden erhielten Stipendien.

Allerdings musste die Stiftung 60 Prozent aller Förderanträge ablehnen. Dabei sei es nicht nur um ungeeignete Projekte gegangen, sagte Grötschel. Es habe auch an der Finanzknappheit gelegen. In die Zeit nach 2017 hinüberretten will die Stiftung auf jeden Fall drei Berliner Leuchttürme für Mathematik. Allerdings hat sie dafür nur 2,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Allein die DFG zahlt für ihr Berliner Forschungszentrum "Matheon" bisher rund 5 Millionen Euro pro Jahr.

Quelle: dpa/mim
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