25.01.2013, 10:45

Prozess Al-Qaida-Terroristen in Berlin zu Haftstrafen verurteilt


Einer der beiden Verurteilten im Saal des Kammergerichts

Foto: Sven Hoppe / dpa

Einer der beiden Verurteilten im Saal des Kammergerichts Foto: Sven Hoppe / dpa

In Berlin sind zwei Männer zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Sie wurden in einem Terrorcamp der al-Qaida ausgebildet.

Zwei Islamisten sind in Berlin wegen Mitgliedschaft im Terrornetzwerk al-Qaida zu langer Haft verurteilt worden. Das Kammergericht verhängte am Freitag gegen einen Deutschen (27) eine Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Ein mitangeklagter Österreicher (23) muss sechs Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Der Deutsche gilt außerdem als Gründungsmitglied der terroristischen Vereinigung Deutsche Taliban Mudschaheddin (DTM).

Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft sollen sich die Männer nach einer Kampfausbildung im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet am Dschihad (Heiliger Krieg) auch bei Aktionen gegen Angehörige der ISAF-Schutztruppe beteiligt haben.

Droh-Video im Bundestagswahlkampf verschickt

Zudem soll der 27-Jährige mit einem Internet-Video mitten im Bundestagswahlkampf 2009 Angst und Schrecken verbreitet haben. In dem Film wurde angedroht, den Dschihad nach Deutschland zu tragen.

Der Berliner wurde im März 2011 in Wien festgenommen. Zwei Monate später wurde auch der Österreicher in Berlin verhaftet. Sie hatten sich in Afghanistan kennengelernt.

Um Mitglieder zu rekrutieren, Gelder zu sammeln und sich "für bestimmte Operationen bereitzuhalten", waren sie im Januar 2011 nach Europa zurückgekehrt.

Im Prozess hatten die Angeklagten zu den Vorwürfen geschwiegen. Mit dem Urteil blieb das Gericht nur geringfügig unter den Forderungen der Bundesanwaltschaft.

(dpa/dapd/mim)
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