23.01.13

Neujahrsempfang

Berliner Zoo-Chef Blaszkiewitz sorgt weiter für Irritation

Berlins Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz hat seine umstrittenen Äußerungen zwar bedauert. Politiker gehen aber zunehmend auf Distanz.

Foto: picture alliance / dpa
Berlins Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz hat seine umstrittenen Äußerungen zwar bedauert. Politiker gehen aber zunehmend auf Distanz.
Ärger um 0,1-Kürzel: Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz gibt sich hartleibig

Der Streit über das Verhalten des Berliner Zoo- und Tierparkchefs Bernhard Blaszkiewitz hat auch nach dessen Bedauern Konsequenzen. Die beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Florian Graf und Raed Saleh, sagten eine Talkrunde mit dem umstrittenen Manager ab.

Dabei sollte es im neu eröffneten Hotel Waldorf Astoria im Rahmen der vom Zoo initiierten Zoo-Gespräche am kommenden Mittwoch um Berlins City West gehen, sagte CDU-Fraktionssprecher Michael Thiedemann am Mittwoch.

Aufgrund der zu erwartenden medialen Aufmerksamkeit um Blaszkiewitz sei zu erwarten gewesen, dass das eigentliche Thema City West völlig in den Hintergrund rücken werde, sagte Thiedemann. Das sei aber nicht Sinn der Diskussionsveranstaltung. Deshalb hätten sich beide Fraktionsvorsitzenden geeinigt, ihre Teilnahme abzusagen. Das wurde auch aus der SPD-Fraktion bestätigt.

Verwirrung um Neujahrsempfang

Verwirrung gab es am Mittwoch um die zunächst fragliche Teilnahme von Blaszkiewitz am Neujahrsempfang des Zoos auf der Grünen Woche am Mittwochabend. Zunächst hatte Blaszkiewitz bestätigt, dass er nicht teilnehmen und von der kaufmännischen Zoo-Direktorin Gabriele Thöne vertreten werde.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa änderte sich dies, als sich der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Bruckmann einschaltete. Die Zoo-Pressestelle teilte daraufhin mit, dass Blaszkiewitz nun doch auf dem Neujahrsempfang erscheinen und auch eine Rede halten werde.

Der Tierschutz-Experte der CDU-Fraktion, Alexander Hermann, wollte auf den Neujahrsempfang des Zoos am Mittwochabend verzichten. "Für mich ist das eine Frage der politischen Ehrlichkeit", hatte Hermann am Dienstag betont. "Ich kann nicht gestern sagen, ich halte Herrn Blaszkiewitz für nicht mehr tragbar in seinem Amt, und morgen zum Neujahrsempfang gehen und ihm dort die Hand schütteln." Auch Politiker anderer Fraktionen wollten den Empfang boykottieren.

Schrifliches Bedauern

Blaszkiewitz hatte am Dienstag in einer Erklärung an die Belegschaft seine umstrittenen Äußerungen über Mitarbeiterinnen und über die Annahme von Weihnachtsgeld bedauert. Er war unter Druck geraten, nachdem er in internen Schreiben den Namen von Mitarbeiterinnen die Formel 0,1 vorangesetzt hatte. In der Zoo-Welt werden damit "Weibchen" gekennzeichnet, bei bestimmten Tierarten auch "weibliche Zuchttiere".

Frauen-Senatorin Dilek Kolat (SPD) bezeichnete das Bedauern des Zoo-Chefs als ersten Schritt, den sie begrüße. In der RBB-"Abendschau" sagte sie weiter: "Ganz wichtig ist, dass ähnliche Fälle in diesem Betrieb nicht wieder passieren." Kolat hatte kritisiert, der Zoo-Chef habe sich als Führungspersönlichkeit disqualifiziert.

Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling setzte ihre zum Teil scharfe Kritik an Blaszkiewitz fort. Im Interview mit Radio Energy sagte sie, die Entschuldigung komme nicht von Herzen. "Ich glaube nicht daran, dass sich ein Mensch, der ein Regime des Schreckens im Tierpark geführt hat, jetzt auf einmal ändern wird." Der Zoo-Direktor wirke wie die Axt im Walde, wenn er mit seinen Mitarbeitern in einer unflätigen Art und Weise umgehe.

Blaszkiewitz wehrte sich gegen die anhaltende Kritik. Gegen ihn sei eine "Kampagne angezettelt" worden, sagte er der dpa.

Quelle: dpa/mim
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