21.01.13

Schwaben-Streit

Berliner Kollwitz-Verein empört über "Spätzle"-Anschlag

Das Denkmal der Künstlerin in Prenzlauer Berg wurde beschmutzt. Nun gibt es die Ankündigung eines "Aufschreis".

Foto: dpa

Die Künstlerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz lebte von 1867 bis 1945. Ihr Denkmal wurde mit Spätzle beworfen
Die Künstlerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz lebte von 1867 bis 1945. Ihr Denkmal wurde mit Spätzle beworfen

Der Spätzle-Anschlag auf das Kollwitz-Denkmal im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg zieht weiter Kreise. Der Verein der Freunde des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin will am heutigen Montag einen Protestbrief an den Bezirksbürgermeister von Pankow, Matthias Köhne (SPD), verfassen. Das sagte der Direktor des Museums, Martin Fritsch.

Der Vorfall war am vergangenen Dienstag publik geworden. Möglicher Hintergrund für das "Attentat" der Gruppe "Free Schwabylon" sind Auseinandersetzungen um eine vermeintliche demografische Übermacht von Schwaben in dem Kiez, die zugleich als Synonym für zahlungskräftige Zuzügler vor allem aus Westdeutschland stehen. Zuletzt hatte der SPD-Politiker Wolfgang Thierse als "Ureinwohner" die Dominanz von schwäbischen Begriffen und vorgeblich schwäbischen Eigenschaften im Kiez moniert, sich aber anschließend entschuldigt.

"Die Mitglieder des Vereins sind empört, dass das Denkmal beschmutzt und damit geschändet wurde", sagte Fritsch. Sie missbilligten diese Tat. "Käthe Kollwitz und das Denkmal können ja letztlich nicht für diese kindischen Äußerungen Thierses und den läppischen Streit um Schwaben." Eine Verbindung zwischen Kollwitz und Thierse herzustellen, sei "absonderlich".

Fritsch kündigte einen "Aufschrei" an. Der Verein werde von Köhne mindestens eine ideelle Verurteilung dieser Tat verlangen, sollte die Beschmutzung nicht – wie allerdings vermutet – eine klare Sachbeschädigung sein.

Das Kollwitz-Museum Berlin wurde 1986 eröffnet. Es befindet sich in der Charlottenburger Fasanenstraße. Die Künstlerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz lebte von 1867 bis 1945.

Quelle: dapd/sei
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