20.01.2013, 19:17

Weibchen-Kürzel Berliner Zoo-Chef muss um seinen Job fürchten

Zoodriektor Bernhard Blaszkiewitz

Foto: dpa

Zoodriektor Bernhard Blaszkiewitz Foto: dpa

Die Zukunft von Zoo-Chef Blaszkiewitz steht auf der Kippe. Er hatte mit frauenfeindlichen Vermerken für Ärger gesorgt.

Berlins Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz (58) muss nach Vorwürfen wegen frauenfeindlicher Äußerungen um seinen Job bangen. In einem internen Schreiben hatte Blaszkiewitz den Namen von Frauen in beiden Institutionen eine Zoo-Formel (0,1) vorangestellt, die in der Zoo-Welt allgemein für Weibchen steht.

Nach scharfer Kritik von Berlins Frauen-Senatorin Dilek Kolat (SPD) und Gewerkschaftschefin Susanne Stumpenhusen will der Aufsichtsrat eine für den 1. Februar routinemäßig geplante Sitzung vorziehen und Blaszkiewitz anhören.

Bei einer Betriebsversammlung im Tierpark soll er die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling als "bösartig" bezeichnet haben. Zoo-Mitarbeitern habe er vorgeworfen, sie würden Weihnachtsgeld annehmen, obwohl sie nicht in der Kirche seien.

"Einfach nur bösartig"

Blaszkiewitz bestätigte, dass die kritisierten Themen bei der Betriebsversammlung besprochen worden seien. Jedoch wies er den Vorwurf zurück, er habe wörtlich gesagt, die Abgeordnete Hämmerling sei "einfach nur bösartig".

Zum Thema Frauenfeindlichkeit sagte er, die Klassifizierung von Frauen-Namen mit dem Zusatz 0,1 für "Weibchen", in der Zoo-Welt im Detail auch für "Zuchtstuten", sei "nicht etwa eine Bezeichnung von Missachtung". Vielmehr sei das von ihm "als Höflichkeit gegenüber den weiblichen Mitarbeitern gedacht".

(dpa/mim)
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