20.01.13

Weibchen-Kürzel

Berliner Zoo-Chef muss um seinen Job fürchten

Die Zukunft von Zoo-Chef Blaszkiewitz steht auf der Kippe. Er hatte mit frauenfeindlichen Vermerken für Ärger gesorgt.

Foto: dpa
Zoodriektor Bernhard Blaszkiewitz
Der Chef von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz, gilt als hartleibig im Umgang mit Kritik – und schwierig im Umgang mit Mitarbeitern

Berlins Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz (58) muss nach Vorwürfen wegen frauenfeindlicher Äußerungen um seinen Job bangen. In einem internen Schreiben hatte Blaszkiewitz den Namen von Frauen in beiden Institutionen eine Zoo-Formel (0,1) vorangestellt, die in der Zoo-Welt allgemein für Weibchen steht.

Nach scharfer Kritik von Berlins Frauen-Senatorin Dilek Kolat (SPD) und Gewerkschaftschefin Susanne Stumpenhusen will der Aufsichtsrat eine für den 1. Februar routinemäßig geplante Sitzung vorziehen und Blaszkiewitz anhören.

Bei einer Betriebsversammlung im Tierpark soll er die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling als "bösartig" bezeichnet haben. Zoo-Mitarbeitern habe er vorgeworfen, sie würden Weihnachtsgeld annehmen, obwohl sie nicht in der Kirche seien.

"Einfach nur bösartig"

Blaszkiewitz bestätigte, dass die kritisierten Themen bei der Betriebsversammlung besprochen worden seien. Jedoch wies er den Vorwurf zurück, er habe wörtlich gesagt, die Abgeordnete Hämmerling sei "einfach nur bösartig".

Zum Thema Frauenfeindlichkeit sagte er, die Klassifizierung von Frauen-Namen mit dem Zusatz 0,1 für "Weibchen", in der Zoo-Welt im Detail auch für "Zuchtstuten", sei "nicht etwa eine Bezeichnung von Missachtung". Vielmehr sei das von ihm "als Höflichkeit gegenüber den weiblichen Mitarbeitern gedacht".

Quelle: dpa/mim
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Zoo und Tierpark
  • Artenreichtum

    Der Zoologische Garten ist 35 Hektar groß und gilt als der artenreichste Zoo der Welt. Er beheimatet mehr als 15.000 Tiere in fast 1500 Arten. Mit dem angeschlossenen Aquarium, das auf drei Etagen Fische, Reptilien, Amphibien sowie Wirbellose wie Insekten und andere zeigt, gehört der Zoologische Garten zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins. 3,18 Millionen Menschen besuchten 2007 den Zoo.

  • Ursprung

    Der Zoo wurde bereits am 1. August 1844 als neunter Zoo in Europa eröffnet. Initiator Martin Hinrich Lichtenstein wurde auch sein erster Direktor.

    1913 kam das Aquarium dazu, das unter der Planung des Verhaltensforschers Oskar Heinroth entstanden war. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil des Zoos zerstört. Von insgesamt 3715 Tieren überlebten nur 91, unter ihnen zwei Löwen, zwei Hyänen und Flusspferdbulle Knautschke.

  • Zusammenarbeit

    Nach der Wiedervereinigung begann die Kooperation mit dem Tierpark in Friedrichsfelde. Er ist mit 160 Hektar Fläche der größte Landschaftstiergarten in Europa. Durchschnittlich 7500 Tiere in rund 900 Arten werden in den Gehegen präsentiert. Als Gründungsdatum des Tierparks gilt der Berliner Magistratsbeschluss vom 27. August 1954. Im Frühling 1955 wurde er im Friedrichsfelder Schlosspark hergerichtet.

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