17.01.13

Urteil

Berliner erschlägt seine Frau aus "Wut und Abscheu"

Fast zwei Monate lang galt Andrea V. als vermisst. Dann wurde ihre Leiche gefunden. Ihr Ehemann muss nun fast zehn Jahre in Haft.

Foto: Steffen Pletl
Mordverdacht
Die Berliner Polizei suchte die Leiche der Kolumbianerin auch auf einer Brache in Marzahn

Ein 48 Jahre alter Berliner muss für die Tötung seiner Ehefrau neuneinhalb Jahre ins Gefängnis. Eine Schwurgerichtskammer des Landgerichts Moabit sprach Helmut K. am Mittwoch wegen Totschlags schuldig.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angestellten zunächst wegen Mordes angeklagt, die Kammer ging am Ende eines langen Verfahrens allerdings von einer nicht geplanten Spontantat aus.

Nach Überzeugung der Richter hat K. seine Frau und Mutter der zwei gemeinsamen kleinen Kinder im September 2011 in seiner Wohnung in Hohenschönhausen im Verlauf eines Streites getötet. Die Vorsitzende Claudia Bach sprach von einer Tat aus "Wut und Abscheu".

Die Hauptverhandlung ergab, dass K. am Tattag zunächst mit einem Pflasterstein "wie von Sinnen" auf die 32-jährige Andrea V. einschlug und anschließend erdrosselte. Die Leiche versteckte er zunächst in einem Koffer im Schrank und brachte sie dann in der Nacht darauf fort.

Fast zwei Monate lang galt die Kolumbianerin anschließend als vermisst. Nachdem sich Helmut K. bei Befragungen durch Kriminalbeamte mehrfach in Widersprüche verstrickte, wurde aus der Angelegenheit ein Fall für die Mordkommission. Dort gestand der 48-Jährige schließlich, seine Ehefrau getötet zu haben und führte die Beamten zu einem abgelegenen Kanal in Marzahn, wo er die 32-Jährige einen Tag nach der Tat hingelegt hatte.

Ende einer schwierigen Ehe

K. und seine Frau hatten sich bereits mehrfach getrennt, sich dann aber wieder angenähert. Erst als der 48-Jährige bei einer Kolumbienreise eine andere Frau kennengelernt hatte, drängte er zur Scheidung. Andrea V. wollte dies nicht akzeptieren und stellte ihrem Mann und seiner neuen Geliebten monatelang nach. Dadurch habe der Angeklagte nach und nach nur noch Abscheu für seine Ehefrau empfunden, stellte die Vorsitzende am Mittwoch in ihrer Urteilsbegründung fest.

Trotz der neuen Geliebten unterhielt K. noch längere Zeit eine "lockere sexuelle Beziehung" zu seiner Noch-Ehefrau. Am Tatabend hatte sie ihn besucht, dabei ist es offenbar zum Streit gekommen, in dessen Verlauf Andrea V. ihren Mann mit einer Weinflasche schlug. Anschließend schlug Helmut K. zu.

In der Verhandlung berief er sich mehrfach auf Notwehr, konnte das Gericht damit aber nicht überzeugen.

In ihrer Urteilsbegründung verwies die Vorsitzende auch auf die verheerenden Folgen der Tat für die Familie. Der Vater in Haft, die Mutter tot, zurück blieben zwei fünf und sieben Jahre alte Kinder der Beiden. Diese schliefen zum Zeitpunkt der Tat in einem Nebenzimmer.

Quelle: hhn
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