17.01.13

Banküberfall

Berliner Polizei sucht mit Phantombild nach Tunnelgangster

Nach dem Bankeinbruch mit einem Tunnel in eine Steglitzer Volksbank-Filiale hat die Polizei erste Hinweise auf einen möglichen Täter.

Foto: Steffen Pletl

Der „Eingang“ zum Tunnel, den die Räuber gelegt haben.

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Nach dem spektakulären Bankeinbruch in Berlin-Steglitz am Montag sucht die Polizei mit einem Phantombild nach einem der Täter. Zeugen hätten den abgebildeten Mann in der Nähe der Garage beobachtet, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag am Ort des Geschehens.

Der Mann soll Arbeitskleidung und Stiefel getragen haben. Bislang sind den Angaben zufolge etwa 60 Hinweise zu dem Coup im unterirdischen Tresorraum einer Volksbank-Filiale eingegangen.

Unbekannte waren über einen 40 Meter langen Tunnel in den Tresorraum eingedrungen und hatten Wertsachen aus Schließfächern gestohlen. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter sehr lange daran gearbeitet haben. "Sie waren über Wochen oder gar Monate tätig", sagte der Polizeisprecher.

Vier Lkw-Ladungen Sand abtransportiert

Die Einbrecher hatten sich aus einer benachbarten Tiefgarage unter die Bank gegraben. Dafür mieteten sie ein verschließbares Abteil der Garage an. Die Bohrungen selbst sollen als Bauarbeiten getarnt worden sein, unter anderem, um die Erdmassen fortzuschaffen. Bei der Grabung des Tunnels seien die Täter "sehr professionell" vorgegangen, sagte der Sprecher. So hätten sie den Gang mit Holzbalken abgestützt. Die Polizei schätzt, dass sie dazu vier Lkw-Ladungen mit Sand abtransportieren mussten.

Die Tat wurde am Montag entdeckt, als die Feuerwehr einen Brand löschte, der offenbar zur Beseitigung von Spuren gelegt worden war. Die Ermittler interessiert besonders, warum die Täter nur etwa 300 von 900 vermieteten Fächern aufbrachen. Offenbar waren sie überstürzt aufgebrochen. "Möglicherweise hatten sie schon genug Geld", sagte der Sprecher.

Zeugen hätten in der Nähe des Tatortes zwei Autos gesehen: einen hellen Transporter mit einer abgeklebten Fläche an der Seite und einen dunklen Kombiwagen, berichtete der Sprecher weiter.

Täter etwa 30 bis 40 Jahre alt und 1,90 Meter groß

Einer der mutmaßlichen Täter, nach dem jetzt mit einem Phantombild gesucht wird, soll etwa 30 bis 40 Jahre alt und rund 1,90 Meter groß sein. Zeugen beschrieben ihn als stämmigen Typen mit einem Bauchansatz. Er wurde mit verschmutzten Arbeitshosen und ockerfarbenen Arbeitsstiefeln gesehen.

Die Polizei fragt, wer diesen Mann und mögliche Komplizen zwischen Februar 2012 und 14. Januar 2013 in dem Bereich um die Tiefgarage in der Nähe der Bank gesehen hat. Zudem sucht die Polizei Hinweise auf die möglichen Tatfahrzeuge, einen dunklen Kombi und einen hellen Transporter mit schwarzem Viereck an der Seitenverkleidung. Wer hat mögliche Tatfahrzeuge bemerkt?

Nach Anagen der Polizei sind inzwischen mehr als 60 Hinweise bei der "SoKo Tunnel" eingegangen. Hinweise nehmen sowohl die Ermittler des Fachkommissariates beim Landeskriminalamt am Tempelhofer Damm 12 in Temeplhof unter der Telefonnummer (030) 4664- 945 107 und per Mail unter lka451@polizei.berlin.de sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Das Bild des Tatverdächtigen hat die Polizei ihrer Homepage unter http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/380336/index.html veröffentlicht.

Quelle: BM/dapd/ap/oje
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