08.01.13

Nationaltorwart

Theaterstück über toten Torwart – Enke-Witwe schaltet Anwalt ein

Der Suizid eines Torhüters wird in einem Stück am Berliner Gorki Theater dargestellt. Die Witwe von Robert Enke prüft rechtliche Schritte.

Foto: dpa

Teresa Enke, Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung und Witwe des 2009 gestorbenen Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke, geht mit Hilfe eines Rechtsanwalts gegen das Berliner Maxim Gorki Theater vor.
Teresa Enke, Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung und Witwe des 2009 gestorbenen Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke, geht mit Hilfe eines Rechtsanwalts gegen das Berliner Maxim Gorki Theater vor.

Teresa Enke, Witwe des 2009 gestorbenen Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke, geht mit Hilfe eines Rechtsanwalts gegen dasBerliner Maxim Gorki Theater vor. Sie will verhindern, dass ihre Familientragödie auf der Bühne vermarktet wird. Anlass ist das neue Stück "Demenz, Depression und Revolution" von Fritz Kater. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der scheidende Theaterchef Armin Petras. Das Stück habe Teresa Enke sehr verärgert, weil es sich ungefragt an der Enke-Biografie von Ronald Reng entlanghangele, sagte der frühere Manager des Torwarts, Jörg Neblung.

Mehrere Medien hatten berichtet, dass die 36 Jahre alte Witwe eine Klage gegen das Theater prüft.Der Keeper von Hannover 96 litt unter schweren Depressionen und nahm sich im November 2009 das Leben. Das am vergangenen Sonnabend uraufgeführte Stück "Demenz, Depression und Revolution" besteht aus drei unabhängigen Teilen. Im Mittelteil geht es um einen depressiven Torwart, der schließlich Suizid begeht, und um die Frau an seiner Seite. Auch vom Tod des Kindes ist die Rede. Die herzkranke Tochter der Enkes war im Alter von zwei Jahren gestorben.

"Es liegen eindeutig Persönlichkeitsrechtsverletzungen vor", sagte Enkes Rechtsanwalt Heiko Klatt. Obwohl der Torwart aus dem Stück in Braunschweig lebt, sei die Familie Enke eindeutig zu identifizieren. Möglicherweise werde auch das Urheberrecht verletzt.

Die Film- und Aufführungsrechte der im Piper Verlag erschienenen Biografie liegen bei Teresa Enke. Dafür hatte sie in den Vertragsverhandlungen gesorgt. "Speziell so kurz nach dem Tod wollte Teresa Enke sichergehen, dass das Buch nicht ungefragt verfilmt, vertont oder aufgeführt wird", sagte der Berater und Freund der Familie, Neblung. Eine Kommerzialisierung der Tragödie sollte verhindert werden.

Teresa Enke setzt sich mit der Robert Enke Stiftung für eine Enttabuisierung der Krankheit Depressionen und für herzkranke Kinder ein, möchte aber ihr Privatleben schützen. Das Maxim Gorki Theater war am Dienstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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