Schwere Baumängel
Bauarbeiten im Berliner Bahnhof Friedrichstraße starten
Nachdem sich ein Betonbrocken aus der Decke gelöst hat, muss die Station nun saniert werden. Die Arbeiten dauern vier Wochen.
Ab diesem Montag beginnen im Berliner Bahnhof Friedrichstraße die Bauarbeiten in der Bahnhofshalle. Die Arbeiten werden voraussichtlich vier Wochen dauern, sollen aber nach Angaben der Bahn den Betrieb in der Bahnhofshalle nicht beeinträchtigen.
Die Kosten für die Sanierung sind bisher aber noch offen. Der S-Bahnverkehr war und ist nicht betroffen.
Grund für die beginnenden Arbeiten sind schwere Baumängel. Im Dezember 2012 hatte sich ein 25 Kilogramm schwerer Betonbrocken von der Decke gelöst, hatte eine Zwischendecke durchschlagen und war in die stark frequentierte Bahnhofshalle gefallen. Nur durch Glück gab es bei diesem Zwischenfall keine Verletzten.
Untersuchungen hatten ergeben, dass Baupfusch Ursache für den Schaden ist. Bei der Sanierung des Bahnhofes zwischen 1995 und 1997 wurde Beton an Stellen verbaut, an denen dieser Baustoff nicht hingehört. Die Stahlträger für die Bahnsteigkonstruktion wurden im Auflagenbereich fest mit Beton verbaut. Die Träger müssen sich aber frei bewegen können, um Temperaturschwankungen und Schwingungen der darüber fahrenden tonnenschweren Züge ausgleichen zu können.
Für Züge Geschwindigkeitsbegrenzungen von 20 km/h
Um vor weiteren abstürzenden Betonteilen zu schützen, ließ die Bahn unter allen vier Gleisen für die Fern- und Regionalbahn Gerüste aufbauen. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme verhängte die Bahn für die Züge Geschwindigkeitsbegrenzungen von 20 Kilometern pro Stunde. Das Tempolimit, das für erhebliche Verspätungen im Fern- und Regionalverkehr gesorgt hatte, wurde aber wieder aufgehoben. Ob der Zugverkehr während der Sanierungsarbeiten wieder eingeschränkt werden muss, ist noch unklar.
Bis zu 190.000 Reisende passieren täglich den Bahnhof Friedrichstraße und kaufen in den Geschäften dort ein. Der Absturz des Betonbrockens hatte viele der Geschäfte inmitten des Weihnachtsgeschäftes zur Schließung gezwungen, beziehungsweise war ein Verkauf nur eingeschränkt möglich. Auch in den Verkaufsräumen wurden Gerüste aufgebaut.
Auch auf gute Geschäfte mit den Silvester-Partygästen, die zur Feier am Brandenburger Tor anreisen wollten, mussten die Ladeninhaber am letzten Tag des Jahres verzichten. Sie mussten am 31. Dezember 2012ab 15 Uhr die Läden schließen, um 16 Uhr wurde die Haupthalle komplett geschlossen.















