06.01.13

Gesundheit

Ein wenig Speck tut gut

Mit leichtem Übergewicht lebt man länger.

Foto: pa/beyond/beyond/beyond foto
Dick und trotzdem gesund und fit: Übergewichtige Menschen sollen länger leben – unter anderem, weil sie mehr Energiereserven haben
Dick und trotzdem gesund und fit: Übergewichtige Menschen sollen länger leben – unter anderem, weil sie mehr Energiereserven haben

Etwas übergewichtige Menschen leben länger als Normalgewichtige, Fettleibige dagegen sterben früher: Das geht aus einer Analyse von 97 Studien mit fast drei Millionen Teilnehmern weltweit hervor, die US-Forscher um Katherine M.Flegal vom Nationalen Zentrum für Gesundheitsstatistik analysiert hatten.

Demnach ist das Sterblichkeitsrisiko bei übergewichtigen Menschen sechs Prozent geringer als bei Normalgewichtigen, bei leicht Fettleibigen ist es fünf Prozent niedriger. Bei Fettleibigen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 35 dagegen steigt das Risiko um 29 Prozent, so die Forscher im Fachblatt "Jama".

Der BMI gilt als Gradmesser für Übergewicht und Fettleibigkeit. Zur groben Einschätzung: Eine Körpergröße von 1,80Metern und ein Gewicht von 81 Kilogramm entspricht einem BMI von 25. Berechnung: Man teilt das Körpergewicht (81 kg) durch die zum Quadrat genommene Körpergröße in Metern (1,8 x 1,8 = 3,24).

Als normal gilt ein Wert zwischen 18,5 und 25. Erwachsene mit einem BMI von über 25 sind übergewichtig, mit einem BMI über 30 fettleibig.

Übergewichtige gehen öfter zum Arzt

Die Forscher erklären die Ergebnisse unter anderem damit, dass Menschen mit Übergewicht und leichter Fettleibigkeit häufiger ärztlich untersucht und behandelt werden als Normalgewichtige. Außerdem verweisen die Forscher auf größere Energiereserven bei dicken Menschen, die ihnen bei bestimmten Krankheiten zugutekommen könnten.

Der Leiter des US-Zentrums für Gesundheitsschutz und Prävention, Thomas Frieden, betont allerdings, dass Fettleibigkeit (BMI größer 30) ungesund sei – daran ändere sich nichts.

Auch eine aktuelle Untersuchung der Charité befasst sich mit dem Thema Gewicht und Gesundheit. Die Mediziner hatten untersucht, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Körpergewicht und den Folgen eines Schlaganfalls.

Ergebnis: Patienten mit Übergewicht und selbst mit Fettleibigkeit sterben seltener an einem Schlaganfall, sie erleiden im Durchschnitt weniger Behinderungen und sind anschließend seltener pflegebedürftig als Idealgewichtige. Die schlechte Nachricht für Übergewichtige: Ihr Risiko, einen ersten Schlaganfall zu erleiden, ist höher als für Normalgewichtige.

Die Forscher sehen ihre Ergebnisse im Kontrast zur Empfehlung vieler Ärzte, nach einem ersten Schlaganfall abzunehmen. Die Erkenntnis aus der Forschungsarbeit "widerstrebt nur unserem eingehämmerten Mantra des Schlankseins als universellen Gesundheitsgaranten", sagt Professor Döhner. "Bei Patienten mit bereits bestehenden Erkrankungen sollte das Gewichtsmanagement aber anders bewertet werden."

Quelle: BM
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