04.01.13

Fremdenfeindlichkeit

Mann aus Kenia wurde in Berlin attackiert und verletzt

Der Übergriff auf einen Kenianer in einer Diskothek in Charlottenburg war rassistisch motiviert. Die Polizei sucht Zeugen.

Quelle: BMO
04.01.13 1:39 min.
Nach einem vermutlich fremdenfeindlichen Angriff auf einen 40-Jährigen in einer Berliner Diskothek sucht die Polizei dringend nach Zeugen.

Nach einem vermutlich fremdenfeindlichen Angriff auf einen 40-Jährigen in einer Diskothek in Berlin-Charlottenburg sucht die Polizei dringend nach Zeugen. "Bislang hat sich noch niemand gemeldet", sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Am Nachmittag kamen vor der Diskothek an der Joachimsthaler Straße mehrere Dutzend Menschen zu einer Solidaritätskundgebung für Jimmy C. aus Kenia zusammen. Auf Plakaten demonstrierten sie gegen Rassismus. Die Aktion verlief laut Polizei friedlich.

Der Überfallene kam nach dem Überfall in der Nacht zum 31. Dezember 2012 in ein Krankenhaus und wurde dort am Donnerstag von Ermittlern befragt.

Nach Angaben der Polizei teilte das Opfer in seiner Vernehmung mit, von drei unbekannten Männern nicht nur körperlich angegriffen, sondern auch wegen seiner Hautfarbe fremdenfeindlich beleidigt worden zu sein. Die Männer stammen seinen Angaben zufolge mutmaßlich aus Deutschland. Es habe zuvor keinen Streit gegeben, die Täter seien völlig unvermittelt auf ihn losgegangen.

Polizei wertet Videobilder aus

Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen und sucht jetzt Zeugen des Vorfalls. Drei Männer zogen James C. in der Nacht zu Montag gegen 0.50 Uhr in eine Toilettenkabine, schlugen ihn und attackierten ihn mit einer abgebrochenen Glasflasche.

Der 40-Jährige erlitt eine Kopfplatzwunde und Schnittverletzungen rund um das rechte Auge. Er liegt seitdem in einer Klinik. Seit zwei Jahren arbeitet C. als Reinigungskraft im "Q-Dorf" an der Joachimstaler Straße. In der Tatnacht putzte er dort die Toiletten.

Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. Ein Täter soll etwa 30 Jahre alt sein und ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "Camp David" getragen haben.

Die Polizei wertet jetzt auch Videoaufzeichnungen aus.

Die "B.Z." berichtete, Ärzte kämpften um das Augenlicht des Mannes. Glassplitter seien aus dem rechten Auge entfernt worden. Ober- und Unterlid seien für eine bessere Heilung vorübergehend aneinandergenäht worden.

In der rbb-Abendschau hatte Jimmy C. betont, der Angriff sei rassistisch gewesen. Der 40-Jährige engagiert sich in einem interkulturellen Verein.

Hinweise nehmen der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes unter der Rufnummer (030) 4664-953128 sowie andere Polizeidienststellen entgegen.

Quelle: dpa/sei
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