04.01.2013, 16:54

JVA Berlin-Tegel Häftling übergießt Mitinsassen mit heißem Öl

JVA Tegel

Foto: dpa / dpa/DPA

JVA Tegel Foto: dpa / dpa/DPA

Hintergrund der Attacke soll ein seit Wochen schwelender Konflikt der beiden Sexualstraftäter gewesen sein.

Im Gefängnis Berlin-Tegel hat ein Häftling seinen Mitinsassen mit heißem Speiseöl übergossen und dabei schwer verletzt.

Beide verbüßen in der Justizvollzugsanstalt langjährige Haftstrafen wegen Sexualverbrechen. Das 35 Jahre alte Opfer wurde mit Verbrennungen im Gesicht und an den Händen in die Charité gebracht, wie die Sprecherin der Justizverwaltung, Claudia Engfeld, am Freitag sagte.

Hintergrund der Auseinandersetzung soll ein seit Wochen schwelender Konflikt der beiden Häftlinge sein. Nach Angaben der Sprecherin hatte der 37 Jahre alte Tatverdächtige das Öl am Freitagmorgen in der Stationsküche des Gefängnistrakts erhitzt und in eine Thermoskanne gefüllt. Die Kanne hat er mit in die Schulungsräume des Gefängnisses genommen, wo er an einer Fortbildung teilnehmen sollte.

Als ein Lehrer den 37-Jährigen aufforderte, sich ein Buch aus der Bücherei zu besorgen, verließ er den Schulungsraum. In der nahegelegenen Anstaltsbibliothek, wo das Opfer beschäftigt wird, übergoss der mutmaßliche Täter dann den 35-Jährigen mit dem Öl. Zudem schlug der Angreifer den Mitgefangenen mit einer golfballgroßen Metallkugel auf den Kopf, die er im Strumpf versteckt hatte.

Wegen der Verbrennungen muss das Opfer außerhalb der Haftanstalt behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 37-Jährigen, der nach Morgenpost-Informationen wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen einsitzt. Der 35-Jährige war wegen Vergewaltigung zu einer Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

(pol)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter