04.01.13

Berlin

Henkel erklärt Einbrechern und Gewalttätern den Kampf

Einbrüche und die brutalen Schlägereien verunsichern die Berliner. Wie der Innensenator gegen diese Verbrechen vorgehen will.

Foto: dpa

Innensenator Frank Henkel (CDU) will energisch gegen die Alltagskriminalität in Berlin vorgehen
Innensenator Frank Henkel (CDU) will energisch gegen die Alltagskriminalität in Berlin vorgehen

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) will im kommenden Jahr verstärkt gegen die Alltagskriminalität vorgehen. "Dazu zählt die Verfolgung von Hütchenspielern, Einbrechern oder Gewalttätern im öffentlichen Nahverkehr", sagte der Senator in einem Gespräch mit der dpa. "Es geht um einen stärkeren Fokus auf die Delikte, die die Menschen unmittelbar betreffen und die sie in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigen." Dazu werde er eine Strategie mit Berlins neuem Polizeipräsidenten Klaus Kandt verabreden, so Henkel.

Über das ganze Jahr 2012 verteilt hatten in der Hauptstadt brutale Gewaltfälle für Schlagzeilen gesorgt. Innensenator Frank Henkel will darum ab Januar einen Wertedialog mit den Bürgern als Mittel gegen Verrohung und Gewalt starten. Vor allem mit jungen Menschen will er ins Gespräch kommen. "Wichtig ist mir, dass wir die Ursachen von Gewalt und Gegenstrategien aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten."

Anfang April hatte etwa in Neukölln ein Unbekannter den 22-jährigen Burak B. ohne erkennbaren Grund erschossen. Trotz einer Belohnung von 15.000 Euro und mehr als 100 Hinweisen aus der Bevölkerung hat die Polizei noch keine Spur von dem Täter. Mitte Oktober war dann der 20 Jahre alte Jonny K. am Alexanderplatz von sechs jungen Männern totgeprügelt worden.

Auch 2012 dürfte es wieder mehr Einbrüche in Berlin gegeben haben. Allein im ersten Halbjahr gab es laut Polizei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 13 Prozent mehr Fälle. Schon 2011 war die Zahl der Wohnraumeinbrüche sprunghaft gestiegen – um 26 Prozent auf 11 000 Fälle gestiegen. Nur acht Prozent wurden aufgeklärt. Die Polizei reagierte mit Schwerpunkteinsätzen in besonders betroffenen Gebieten und einer Aufklärungskampagne.

Wegen der Zunahme von kriminellen Hütchenspielern hatte die Polizei auf Druck von Innensenator Frank Henkel (CDU) ihre Präsenz in der City West bereits Ende Oktober verstärkt. Auch der Kontakt zu den Bürgern sollte so intensiviert werden. Beim Hütchenspiel sollen Passanten erraten, unter welchem von drei Hütchen eine Spielkugel ist. Die Passanten haben keine Chance. Und oft leeren die Betrüger ihren Opfern dann auch noch unbemerkt die Taschen. dpa/alu

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