02.01.13

Ermittlungen

Polizei vermutet Serientäter hinter Ikea-Einbruch mit Auto

Nachdem Unbekannte in der Neujahrsnacht mit einem Corsa in das Möbelhaus gefahren waren, prüfen die Fahnder Parallelen zu anderen Taten.

Foto: Steffen Pletl
Einbruch
In der Neujahrsnacht sind bislang unbekannte Täter in den Ikea-Markt am Sachsendamm in Berlin-Tempelhof eingebrochen. Dort haben sie einen im Kassenbereich aufgestellten Geldautomaten aus der Verankerung gerissen

Hinter einem Einbruch bei Ikea in Berlin vermuten die Fahnder Serientäter. Die Polizei prüfe Zusammenhänge zu ähnlichen Taten in den vergangenen Wochen, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin.

Mit einem Wochen zuvor gestohlenen Kleinwagen Corsa waren die unbekannten Täter in der Neujahrsnacht durch die Eingangstür des Möbelhauses am Sachsendamm in Tempelhof gefahren, um das Geldfach eines Automaten zu stehlen.

Sie drangen in den Vorraum der Ikea-Filiale ein, rammten den Geldautomaten und erbeuteten anschließend das Wertfach. Wenig später entkamen sie mit einem Transporter, den sie offenbar vor der Tat in der Nähe geparkt hatten. Über die genaue Schadenssumme wurden zunächst keine Angaben gemacht. Den Opel ließen sie am Tatort zurück.

Erste Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, dass der Wagen am 21. November 2012 in Neukölln gestohlen worden war. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wird die Ikea-Filiale videoüberwacht, demnach soll die Polizei die Bänder der Tatzeit gesichert und zur Auswertung an das Landeskriminalamt übergeben haben. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Einem Ermittler zufolge haben sich die Täter gut auf ihren Coup vorbereitet. "Von daher ist davon auszugehen, dass sie sich maskiert haben, um einer Identifizierung zu entgehen. Wir werden in diesem Punkt also nicht sonderlich viel zu erwarten haben."

Zwei ähnliche Fälle in jüngster Zeit

Autos als Rammbock nutzten Unbekannte bereits vor zwei Wochen. Sie erbeuteten Handys aus einem Elektronikmarkt und brachen tags zuvor ein Schmuckgeschäft in Berlin auf.

Damals hatten ebenfalls bislang Unbekannte bei einem spektakulären Einbruch in Steglitz mehrere Mobiltelefone erbeutet. Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma hatte gegen 3.15 Uhr beobachtet, wie etwa sechs bis acht maskierte Männer die Tür zum Hintereingang eines Elektronikmarktes an der Treitschkestraße aufhebelten und dann mit einem Renault Twingo das dahinter befindliche Sicherheitsgitter durchbrachen. Mit Hämmern zerschlugen sie in kürzester Zeit die Glasvitrinen im Verkaufsraum und entnahmen mehrere Prepaid-Handys und Smartphones.

Mit ihrer Beute flüchteten die Unbekannten in zwei hochwertigen Wagen der Marke Audi in Richtung Schildhornstraße. Den Renault Twingo sowie das gesamte Einbruchswerkzeug ließen sie zurück.

Bereits am 18. Dezember 2012 waren Unbekannte mit einem BMW an der Pablo-Neruda-Straße in Köpenick in ein Einkaufszentrum eingedrungen und anschließend in ein Schmuckgeschäft gefahren. Die Täter flüchteten mit Brillanten und Gold. Kostbare Uhren ließen sie zurück – diese sind mit Nummer registriert.

Laut Polizeisprecher Michael Merkle wird geprüft, ob diese bislang unbekannte Gruppe auch für den Einbruch bei Ikea verantwortlich ist.

Quelle: dpa/sei
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