01.01.13

Jahreswechsel

Berliner Polizei zieht Bilanz der Silvesternacht

Die Berliner Polizei ist Silvester zu Tausenden Notrufen ausgerückt. Meist war Alkohol im Spiel, eine Party und ein Protestzug wurden beendet

Foto: dpa

Die Berliner Polizei war zu Silvester wieder im Dauereinsatz
Die Berliner Polizei war zu Silvester wieder im Dauereinsatz

In der Silvesternacht in Berlin ist die Polizei wieder im Dauereinsatz gewesen. Die Zahl der eingegangenen Notrufe lag zwischen 18 und 6 Uhr bei 4335 (Vorjahr 3741). Daraus folgten 1862 (1722) Funkwageneinsätze. Davon entfielen zum Jahreswechsel 98 Fahrten zu Schlägereien, 33 zu Streitigkeiten, 40 zu verletzten Personen, 102 zu Sachbeschädigungen und 108 wegen unsachgemäßen Umgangs mit Feuerwerkskörpern.

Die Silvesterparty an der Straße des 17. Juni und am Brandenburger Tor verlief aus Sicht der Polizeiproblemlos. Die Besucher verfolgten friedlich und in ausgelassener Stimmung die Bühnenprogramme sowie das berühmte Mitternachtsfeuerwerk.

Gegen 0.20 Uhr begannen die ersten Feiernden sich nach und nach von der Feiermeile zu entfernen. Gegen 4.30 Uhr waren nur noch rund 150 Menschen vor Ort.

Nach bisheriger Zählung nahm die Polizei sieben Männer unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz, wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorübergehend fest. Zwei Polizeibeamte wurden während des Einsatzes verletzt.

Insgesamt waren rund 1200 Polizeibeamte rund um die Festmeile eingesetzt.

Polizisten bei Demonstration mit Knallern beworfen

Ab 22.30 Uhr versammelten sich vereinzelt Personen am U-Bahnhof Turmstraße, um eine bis dahin nicht angemeldete Demonstration zum Thema "Grenzen und Mauern einreißen, für eine solidarische Gesellschaft" durchzuführen. Mit rund 300 Personen setzte sich der Demonstrationszug gegen 23.30 Uhr in Bewegung und zog vom U-Bahnhof Turmstraße bis zum Carl-von-Ossietzky-Park.

Einzelne Demonstrationsteilnehmer warfen Feuerwerkskörper auf die Polizisten, ein Beamter erlitt dabei leichte Verletzungen, er blieb aber im Dienst. Ein weiterer Polizeibeamter erlitt Verletzungen als ein Mann bei seiner Festnahme Widerstand leistete. Gegen 0.30 Uhr beendete der Versammlungsleiter die Demonstration am Carl-von-Ossietzky-Park. Die Polizei nahm mehrere Personalien zur Einleitung von Ermittlungsverfahren auf. Drei Männer und eine Frau wurden vorläufig festgenommen.

Neben dem Verstoß gegen das Versammlungsgesetz wegen der fehlenden Anmeldung schrieben die Beamten außerdem Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz sowie Widerstands und versuchter Gefangenenbefreiung.

Illegaler Böller-Verkäufer festgenommen

Bereits in den Mittagsstunden des Silvestertages legten Polizisten in Neukölln einem 25-Jährigen das Handwerk, der mitten auf der Straße Silvesterknaller zum Kauf anbot. Gegen 12 Uhr bemerkten die Polizisten den Verkäufer an der Karl-Marx-Straße Ecke Reuterstraße und sprachen ihn an. In einer Sporttasche und in einem Kofferraum fanden die Beamten bei dem 25-Jährigen rund 7800 Platzpatronen, rund 400 pyrotechnische Patronen und 270 illegale Silvesterknaller. Die Ware wurde beschlagnahmt und den Mann erwarten nun strafrechtliche Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Waffen- sowie das Sprengstoffgesetz.

Aggressive Menschenmenge greift Polizisten an

An der Wrangelstraße in Kreuzberg zündeten gegen Mitternacht rund 50 Personen einen Müllcontainer an, den sie vorher auf die Fahrbahn der Wrangelstraße Ecke Oppelner Straße geschoben hatten. Sowohl Polizei und Feuerwehr wurden von der teilweise vermummten Menschenmenge massiv mit Böllern beworfen und Schreckschuss-Waffen beschossen und mussten sich zunächst zurückziehen. Mit Unterstützung weiterer Polizeibeamter, die zunächst ebenfalls attackiert wurden, gelang es schließlich die aggressive Menschenmenge zu zerstreuen und die Flammen zu löschen.

Polizei beendet illegale Party in Tempelhof

In Tempelhof beendeten Polizeibeamte gegen 2 Uhr eine illegale Party. Rund 2000 Personen waren über eine Mauer und Lücken im Zaun auf ein stillgelegtes Industriegelände an der Bergholzstraße gelangt und feierten dort eine offenbar gut organisierte Party. Mehrere Musik- und Lichtanlagen wurden von benzinbetriebenen Stromaggregaten versorgt und es wurden Eintrittsgelder erhoben und Getränke verkauft.

Der 28-jährige Party-Organisator ist in der Vergangenheit bereits mehrfach als Betreiber illegaler Veranstaltungen in Erscheinung getreten. Die alkoholisierte Menschenmenge zeigte wenig Verständnis als sie aufgefordert wurde das Gelände wieder zu verlassen. Vereinzelt wehrten sich Partygänger gegen die Räumung und beleidigten die Beamten. Einige Personen versuchten, Festgenommene wieder zu befreien. Ein Polizist wurde leicht verletzt.

Innerhalb von zwei Stunden waren alle technischen Geräte abgebaut und alle Personen hatten das Gelände verlassen. Die Polizisten schrieben Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung, Widerstands, Beleidigung und Versuchter Gefangenenbefreiung.

Angriff auf Polizeiwache

Gegen 1 Uhr warfen bisher unbekannte Täter Böller gegen eine Polizeiwache am Zwickauer Damm. Außerdem wurden von einem nebenan gelegenen Grundstück Raketen auf das Polizeigelände geschossen. Das Gebäude wurde leicht beschädigt.

Am Wilhelmsruher Damm in Reinickendorf wurde gegen 1.30 Uhr ein Einsatzfahrzeug der Polizei von Unbekannten aus einer Menschenmenge heraus mit einem Gegenstand beschossen. Die beiden Polizeibeamten, die in dem Fahrzeug saßen, nahmen plötzlich eine laute Explosion und einen grellen Blitz an der Windschutzscheibe wahr und stellten wenig später einen mehrere Zentimeter großen Einschlag in der Scheibe fest, sowie Risse, die sich über die komplette Windschutzscheibe ziehen. Die Täter flüchteten. Beide Polizisten erlitten durch die Explosion ein Knalltrauma und beendeten ihren Dienst.

In der Straße An der Kappe in Spandau wurden Polizei und Feuerwehr von zehn Partygästen mit rechstradikalen Parolen beschimpft. Die Einsatzkräfte waren zu einem brennenden Müllcontainer gerufen worden. Die Polizisten holten sich telefonisch einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss, nahmen die Personalien der Partygäste auf und wiesen sie an, die Wohnung zu verlassen. Nur die 22 Jahre alte Mieterin durfte bleiben. Bei dem Brand wurden ein weiterer Müllcontainer sowie zwei parkende Autos beschädigt.

Quelle: BM
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