01.01.13

Unglück

Berlinerin stürzt in Silvesternacht vom Dach in den Tod

Die Berliner Feuerwehr musste Silvester mehr als 600 Brände löschen. Zwei Menschen starben. Daneben blieb die Nacht weitgehend ruhig.

Foto: schroeder
Einsatz in Berlin-Kreuzberg: An der Wilhelmstraße brannte es an einer Hausfassade. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen
Einsatz in Berlin-Kreuzberg: An der Wilhelmstraße brannte es an einer Hausfassade. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen

Die Berliner Feuerwehr ist in dieser Silvesternacht deutlich häufiger wegen Bränden ausgerückt als noch vor einem Jahr. Bis zum frühen Neujahrsmorgen wurden 607 Löscheinsätze gezählt, wie die Feuerwehr mitteilte.

Ein Jahr zuvor seien es noch 397 gewesen. Wegen der milden Witterung mussten vor allem im Freien Brände gelöscht werden, darunter zahlreiche Müllcontainer, Büsche und sogar die Tartanbahn eines Sportplatzes.

Mann nach Brand verstorben

Ein 74-jähriger gehbehinderter Mann starb am Neujahrstag nach einem Wohnungsbrand in Berlin-Britz. Zufällig vorbeifahrende Feuerwehrleute hatten das Feuer in der Silvesternacht entdeckt. Vom Balkon schlugen lichterlohe Flammen.

Den Mann fanden die Feuerwehrleute leblos direkt hinter der Wohnungstür. Sie reanimierten ihn und brachten den 74-Jährigen ins Unfallkrankenhaus. Hier starb er wenige Stunden später.

Zwei weitere Hauseinwohner mussten mit Rauchgasvergiftungen behandelt werden. Die Wohnung des 74-Jährigen brannte vollständig aus. Brandursache und Schadenshöhe waren zunächst nicht bekannt.

29-Jährige stürzt von Dach

Bei einer Silvesterfeier an der Graefestraße in Berlin-Kreuzberg stürzte eine 29-Jährige vom Dach eines Wohnhauses in den Tod. Nach Polizeiangaben war die Frau von den anderen Gästen unbemerkt kurz nach Mitternacht von der Dachterrasse des fünfstöckigen Gebäudes über die Brüstung in einen Lichtschacht gefallen.

Der 27 Jahre alter Eheman vermisste seine Frau und bemerkte auf der Suche nach ihr ein beschädigtes Taubennetz. Als er nachsah entdeckte er seine am Boden liegende Frau. Alarmierte Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten die Frau nur noch tot bergen.

Knaller reißt Mann zwei Finger ab

In Berlin kam es in der Silvesternacht auch zu mehreren Unfällen. Meist spielte dabei Alkohol einen Rolle.

Das Unfallkrankenhaus Berlin meldete 20 schwere Böllerverletzungen. Einige Männer hätten sich Finger abgerissen oder die Hand zerstört, sagte Sprecherin Angela Kijewski. Auch zwei Kinder seien durch Querschläger verletzt worden. Beim unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern wurden einem 27-Jährigen in Friedrichshain Zeigefinger und Daumen abgerissen.

In Neukölln wurde ein 21-Jähriger gegen 0.30 Uhr an der Hasenheide von einem Auto erfasst. Der Mann hatte auf der Mittelinsel gestanden und Knaller gezündet. Dabei verlor er das Gleichgewicht und wurde von dem vorbeifahrenden Wagen mitgerissen. Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr brachten den schwer Verletzten in ein Krankenhaus. Der 22 Jahre alte Autofahrer blieb unverletzt.

Mann fällt aus Fenster

Weil er Raketen beobachten wollte verletzte sich ein Mann in Baumschulenweg am Silvesterabend schwer und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Der 51-Jährige war gegen 18.30 Uhr in seiner Wohnung an der Forsthausallee vor dem geöffneten Fenster auf einen Stuhl gestiegen, um ein Feuerwerk auf der Straße besser beobachten zu können. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte aus der 2. Etage in den Vorgarten. Er erlitt Wirbelsäulenverletzungen und einen Beckenbruch.

Ein betrunkener Autofahrer fuhr am frühen Neujahrsmorgen in Berlin-Lichterfelde zwei Jugendliche an. Ein 15-jähriges Mädchen wurde dabei schwer verletzt. Der 39 Jahre alte Fahrer hatte die beiden Fußgänger vermutlich übersehen. Während die 15-Jährige mit schweren inneren Verletzungen per Rettungswagen in eine Klinik gebracht wurde, blieb ihr 17 Jahre alter Begleiter unverletzt. Ein Atemalkoholtest bei dem Unfallfahrer ergab 1,4 Promille.

Ebenfalls in Lichterfelde setzten gegen 0.30 Uhr mehrere Jugendliche an der Scheelestraße ein Stadtteilzentrum gezielt mit Feuerwerkskörpern in Brand. Die Feuerwehr löschte das Feuer, das den Aufenthaltsraum und die angrenzende Kleiderkammer völlig zerstörte. Die Täter konnten unerkannt entkommen.

Quelle: dapd/dpa/mim
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