30.12.2012, 09:09

Wirtschaft Yzer will mit Berlins Hauptstadt-Pfund wuchern


Berlins Wirtschaftssenatorin Claudia Yzer (CDU) sieht bei Berlins Entwicklung noch Luft nach oben

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlins Wirtschaftssenatorin Claudia Yzer (CDU) sieht bei Berlins Entwicklung noch Luft nach oben Foto: Kay Nietfeld / dpa

Von Theresa Münch

„Berlin ist in“, sagt Wirtschaftssenatorin Yzer. Doch die Hauptstadt hätte noch viel mehr Möglichkeiten.

Berlin muss nach Ansicht von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) mit dem Pfund einer Hauptstadt viel mehr wuchern. "Wir müssen unsere Messe- und Hauptstadtfunktion besser nutzen", sagte Yzer. Berlin habe Botschaften aus der ganzen Welt, fast jede Woche kämen hochkarätige Wirtschaftsdelegationen in die Stadt. Als Messestandort ziehe Berlin auch Geschäftsleute aus aller Welt an. "Diese Zielgruppen will ich gezielt ansprechen, um für den Standort Berlin zu werben."

Die Hauptstadt kann aus Sicht der Wirtschaftssenatorin vor allem mit ihrer Internationalität punkten. Viele Unternehmen erwarteten zudem, dass der allgemeine Fachkräftemangel hier weniger stark durchschlage. "Berlin ist einfach in", sagte Yzer. Deshalb wolle sie Berlin zur "Referenzstadt" für hier entwickelte Produkte und Dienstleistungen machen. "Es gibt hier viele Forscher und Unternehmen, die erstklassige Technologie und Produkte entwickeln. Es wäre ein Fehler, sie nur zu erforschen, zu entwickeln und zu produzieren, aber in Berlin nicht anzuwenden."

Die wirtschaftlichen Stärken der Stadt sieht Yzer vor allem in der Elektrotechnik, im Maschinenbau, der Kreativ- und der Gesundheitswirtschaft. Dabei müsse Berlin künftig aber mehr handeln statt planen, betonte sie. "Ich brauche pragmatische Umsetzungspläne, keine neuen Masterpläne." Gewünscht seien nicht Grundsatzerklärungen, sondern praktische Lösungsansätze auch in der doppelten Verwaltungsstruktur.

"Meine Verwaltung versteht sich als Dienstleister der Wirtschaft"

Auch die Vergabe von Fördermitteln beispielsweise an Start-up-Unternehmen soll deutlich vereinfacht werden. "Wenn es um öffentliche Mittel geht, braucht es selbstverständlich eine zuverlässige Prüfung und Kontrolle", sagte Yzer. Trotzdem müsse sich der Aufwand für einen Unternehmer mit einer guten Idee im Rahmen halten, wenn er Unterstützung beantrage. Kein Jungunternehmen solle mehr aktenordnerweise Material für einen Antrag einreichen müssen.

"Meine Verwaltung versteht sich als Dienstleister der Wirtschaft", sagte Yzer. So seien über einen Online-Antrag, den Einheitlichen Ansprechpartner, schon jetzt 500 Beamte zu erreichen, die für die Anliegen der Unternehmen relevant sein könnten.

Vor allem als Industriestandort muss sich Berlin laut Yzer weiterentwickeln. Hier liege das größte Arbeitsmarktpotenzial. Außerdem beschäftigten Industrie und Handwerk trotz gestiegener Anforderungen noch Menschen mit unterschiedlichsten Qualifikationen. "Auch für diese muss es Arbeitsplatz-Angebote geben", betonte Yzer

(. dpa/alu)
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