28.12.2012, 11:45

Postbank Berliner wollte mit Überfall Aufmerksamkeit erzwingen


Der Bereich um den Tatort an der Joachimstaler Straße in Berlin-Charlottenburg war weiträumig abgesperrt

Foto: Steffen Pletl

Hans Peter G. forderte zwei Bier und ein TV-Interview. Damit wollte er auf seine schwierige Lebenssituation hinweisen.

Der mutmaßliche Geiselnehmer Hans Peter G. von Berlin-Charlottenburg wollte nach eigenen Angaben auf seine schwierige Lebenssituation aufmerksam machen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth, am Freitag.

Bei seinem Überfall auf eine Bank am Donnerstag war der 68-Jährige betrunken, heißt es.

Der Mann sei in Berlin gemeldet, habe aber keinen festen Wohnsitz. Er soll nach Informationen der Berliner Morgenpost in Niederschöneweide gemeldet gewesen sein. Nach einer Zwangsräumung verliert sich seine Spur im Großstadtdschungel.

Mann wird dem Haftrichter vorgeführt

Der Täter soll nun einem Haftrichter vorgeführt werden. Zunächst sei der psychische Zustand des 68-Jährigen unklar gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Nach seiner Ausnüchterung sei aber deutlich geworden, dass er nicht geistig verwirrt ist. Deshalb würden die strafrechtlichen Ermittlungen nun ihren herkömmlichen Gang nehmen.

Geprüft wird, ob dem Mann juristisch tatsächlich eine Geiselnahme vorgeworfen werde, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Er wird sich vermutlich unter anderem wegen Freiheitsberaubung und Bedrohung verantworten müssen.

Hans Peter G. hatte am Donnerstagmittag einen Mitarbeiter einer Postbank-Filiale an der Joachimstaler Straße festgehalten und ein Gespräch mit einem Fernsehteam sowie zwei Flaschen Bier gefordert. Der Mann war mit einer Pistole bewaffnet.

Dabei habe es sich um eine Gas- oder Schreckschusswaffe gehandelt, sagte der Polizeisprecher. Es sei jedoch noch nicht abschließend geklärt, ob der Mann Umbauten an der Pistole vorgenommen hatte, sodass sie möglicherweise doch mit scharfer Munition bestückt war.

Ein SEK der Berliner Polizei hatte den Mann überwältigen können. Dabei wurde dieser leicht verletzt. Sonst kam niemand zu Schaden.

Erst vor einer Woche hatte ein 29 Jahre alter Mann eine Bank in Berlin-Zehlendorf überfallen und einen Angestellten stundenlang als Geisel genommen. Das Motiv des Täters war weiterhin unklar.

(dpa/dapd/sei)
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