27.12.12

Kriminalität

SEK beendet Überfall auf Berliner Postbank-Filiale

Nur wenige Tage nach der Geiselnahme in einer Berliner Bank musste erneut ein Spezialeinsatzkommando der Polizei ausrücken.

Foto: Steffen Pletl
Überfall
Rettungssanitäter bringen den Täter in ein Krankenhaus. Die Polizei sichert den Tatort an der Joachimstaler Ecke Kantstraße

Ein Überfall auf eine Filiale der Postbank an der Joachimstaler Straße in Berlin-Charlottenburg drohte, sich zu einer erneuten Geiselnahme zu entwickeln.

Wie die Polizei mitteilte, hatte ein 68-Jähriger während eines Beratungsgesprächs einen 49 Jahre alten Angestellten um 13.20 Uhr plötzlich mit einer Waffe bedroht. Er forderte, mit einem Fernsehteam des Rundfunks Berlin-Brandenburg sprechen zu dürfen. Unbestätigten Angaben zufolge soll der Mann außerdem zwei Bier verlangt haben.

Der Angestellte rief seinen Filialleiter an, der wiederum die Polizei verständigte. Die übrigen Mitarbeiter und die Kunden konnten die Bank unbehelligt verlassen.

Beamte des Spezialeinsatzkommandos betraten um 14.10 Uhr die Bank und überwältigten den 68-Jährigen in dem Büro. Während der Bankangestellte unverletzt blieb, erlitt der Täter leichte Verletzungen im Gesicht und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. In einer Tüte, die er bei sich hatte, fanden die Beamten eine Waffe, die jetzt untersucht wird. Der Bereich um den Tatort Joachimstaler/Kantstraße wurde während des Einsatzes abgesperrt. Hunderte Berliner und Touristen standen an den Absperrungen, die City West war nach Weihnachten stark besucht.



Nach einer Stunde sei die Lage unter Kontrolle gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Konkrete Angaben zu den Hintergründen konnte er zunächst nicht machen. Er betonte jedoch, dass es sich nicht um eine Geiselnahme gehandelt habe.

Geiselnehmer von Zehlendorf wird weiter befragt

Erst am Freitag vor Weihnachten hatte es in Berlin-Zehlendorf eine Geiselnehme gegeben, die rund zehn Stunden andauerte.

Der Mann hatte am 21. Dezember eine Filiale der Deutschen Bank überfallen und dann einen 40 Jahre alten Angestellten als Geisel genommen. Dabei drohte er mit einer Pistole und einer angeblichen Bombe in seiner Sporttasche. Beides stellte sich später als harmlos heraus. Es war eine Spielzeugpistole, in der Tasche befanden sich drei Kilogramm Mehl. Nach zehnstündigen Verhandlungen mit der Polizei gab der Geiselnehmer auf und ließ seine Geisel frei.

Der Geiselnehmer wird derzeit weiter befragt. Neues zum Stand der Ermittlungen gebe es aber nicht mitzuteilen, sagte die Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth, am Donnerstag.

So ist auch sechs Tage nach dem Überfall nicht bekannt, warum der Mann zunächst 100.000 und später eine Million Euro erpressen wollte und dazu eine Geisel nahm.

Auch zu den Fragen, warum der in Wolfsburg lebende Mann sich dazu eine Bank in Berlin aussuchte, und ob er den Überfall lange im Voraus plante, sagte die Sprecherin nichts. Es werde weiter ermittelt und dazu würden auch Zeugen aus der Bank gehört, sagte Herbeth. Ebenso werde im Umfeld des 29-Jährigen in Wolfsburg ermittelt, um das Motiv - spekuliert wird über Geldsorgen des Mannes – zu klären.

Innensenator Henkel lobt Einsatzkräfte

Vor diesem Hintergrund lobte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag die Arbeit der Einsatzkräfte. Der zweite Einsatz dieser Art binnen einer Woche zeige, wie professionell die Beamten bei derartigen Vorfällen handeln würden und wie sehr sie auf alle Eventualitäten vorbereitet seien, sagte der Unionspolitiker. Je nach Situation – sei es durch Verhandlungen oder Zugriff – beherrschten die Einsatzkräfte die unterschiedlichsten Methoden, um die schwierige Lage zu lösen.

Quelle: BM/dpa/sei
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