23.12.12

Eisregen

Berliner rutschen durch den vierten Advent

Für die gesamte Region gibt es Warnungen vor Glatteis. In anderen Bundesländern kam es bereits zu schweren Unfällen.

Foto: dpa
Wetter sorgt für Störungen bei der U-Bahn
Die Anzeigetafel im U-Bahnhof Breitenbachplatz informierte, dass der Zugverkehr zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke aufgrund der Witterungsverhältnisse unterbrochen ist

Bis Sonntagnachmittag müssen Autofahrer und Fußgänger in Berlin und Bandenburg mit Glätte durch Schnee- und Eisregen rechnen. Nach Aussagen des Meteorologen Thomas Globig werden die Temperaturen erst ab mittags allmählich steigen. So gibt es für die gesamte Region Wetterwarnungen.

Am Sonntagmorgen waren geparkte Autos mit einer Eisschicht überzogen. Die Hauptstraßen waren am frühen Morgen zwar frei, doch stellenweise war es dennoch gefährlich glatt. Gleiches gilt für kleine Nebenstraßen und Fußwege.

"Die Lage ist entspannt", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Es gab nur wenige eher leichte Verkehrsunfälle auf den glatten Straßen. "Alles nur Blech", hieß es. Zwischen 5 und 7 Uhr kam es zu 20 Zusammenstößen – nur wenig mehr als sonst im Frühverkehr an einem Sonntag.

Später sanken die Zahlen sogar, zwischen 7 und 8 meldeten sich nur vier Unglücksfahrer, zwischen 8 und 9 Uhr nur noch zwei. Auch die BVG-Busse kamen gut durch. Die Anzeigetafel im U-Bahnhof Breitenbachplatz informierte am Sonntag, dass der Zugverkehr zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke aufgrund der Witterungsverhältnisse unterbrochen ist.

Die S-Bahn meldete gegen 7.15 Uhr im Internet "keine Beeinträchtigungen im Netz". Gegen Mittag hieß es dann, "wegen einer Weichenstörung in Priesterweg kommt es auf der Linie S2 zu Verspätungen und Ausfällen".

Am Sonnabend hatte es je nach Stadtlage zwischen zwei und fünf Zentimeter Neuschnee gegeben. Nachts kam es zu Straßenglätte durch Schneematsch. Bis zum Abend verzeichnete die Polizei jedoch keinen Anstieg der Unfallzahlen.

In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen wieder auf zwölf Grad steigen.

Dichter Schneefall sorgt für zahlreiche Unfälle

Der dichte Schneefall hat am Wochenende in Brandenburg für unfreiwillige Rutschpartien auf den Straßen gesorgt. Allein am Sonnabend wurden im gesamten Bundesland 200 witterungsbedingte Unfälle gezählt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam sagte. Schwer verletzt wurde seinen Angaben zufolge jedoch niemand.

Allein im Landkreis Oberhavel zählte die Polizei bis zum Sonntagmorgen 18 Glätteunfälle. Meist kam es zu einer Kollision mit einem vorausfahrenden Fahrzeug oder die Fahrer kamen von der Fahrbahn ab, wie ein Sprecher sagte.

Bei drei Verkehrsunfällen entfernten sich die Fahrer unerlaubt von der Unfallstelle. Die Kriminalpolizei hat in diesen Fällen die Ermittlungen aufgenommen.

Blitzeis verursacht Massenkarambolage auf Autobahn 23

In anderen Landesteilen gab es bereits zahlreiche Unfälle.

So haben Blitzeis und überfrierende Nässe in der Nacht zu Sonntag auf der Autobahn 23 im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) eine Massenkarambolage ausgelöst. Nach Angaben der Autobahnpolizei krachten auf einem 400 Meter langen Abschnitt bei Rellingen kurz nach Mitternacht 14 Pkw ineinander. Bei weiteren Unfällen kam es an zwei Pkw zu Blechschäden. Insgesamt wurden sechs Menschen leicht verletzt.

Die A23 war wegen Glatteises ab Pinneberg Süd in Richtung Hamburg für zweieinhalb Stunden, in Richtung Heide ab Hamburg-Eidelstedt für viereinhalb Stunden gesperrt. Auch die B4 zwischen Wilhelmsburg und Wilhelmsburg Süd wurde von der Polizei wegen glatter Fahrbahn bis zum Sonntagmorgen gesperrt.

In Hamburg und Schleswig-Holstein kam es wegen der Glätte zu insgesamt mehr als 80 Autounfällen, bei denen drei Menschen leicht verletzt wurden. Das teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Feuerwehr stürzten auf vereisten Gehwegen in Hamburg zudem vier Fußgänger und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch auf anderen Straßen Schleswig-Holsteins ereigneten sich in der Nacht witterungsbedingte Unfälle. Bei Wittenborn im Kreis Segeberg kam ein Fahrer mit seinem Pkw auf der Bundesstraße 206 wegen Glätte ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Dabei erlitt der Fahrer schwere, seine beiden Beifahrer leichte Verletzungen. Angaben über weitere Unfälle konnte die Polizei in Kiel am frühen Morgen noch nicht nennen.

In Hamburg musste die Autobahn 253 in der Nacht auf einem Teilstück wegen Blitzeis für den Verkehr gesperrt werden.

Quelle: dapd/dpa/sei/ag
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